Trotz anderer positiver Aspekte schwächt die Inflation die Verbraucher

Der Aktienmarkt boomt, die Pandemiebeschränkungen werden gelockert, es gibt viele Arbeitsplätze und die Arbeitgeber zahlen massenhaft Gehaltserhöhungen – und doch sind die US-Verbraucher in Bezug auf die Wirtschaft und die Finanzen so deprimiert wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr, wie neue Daten einer weithin beachteten Umfrage zeigen. Offenbar überschattet die Inflation alle guten Nachrichten.

Der Index der Verbraucherstimmung der University of Michigan ist Anfang November erneut gesunken und liegt nun auf dem niedrigsten Stand seit November 2011, wie am Freitag veröffentlichte Daten zeigten.Jeden Monat misst der Index die Gefühle der Verbraucher in Bezug auf ihre eigenen Finanzen und die Gesamtwirtschaft – sowohl aktuelle als auch zukünftige Aussichten – und nutzt dazu mindestens 500 Telefoninterviews, die statistisch so gestaltet sind, dass sie repräsentativ für alle amerikanischen Haushalte sind.Wie die Grafik unten zeigt, waren sie selbst in den Tiefen der Pandemie nicht so düster.

Die US-Inflationsrate stieg im Oktober sprunghaft auf 6,2 %, den höchsten Stand seit 31 Jahren. Während viele Befragte der jüngsten Umfrage der University of Michigan von Einkommenszuwächsen berichteten, glaubte die Hälfte aller befragten Familien nicht, dass sie die Nase vorn haben würden, wenn man die steigende Inflation berücksichtigt. Jeder vierte Verbraucher gab im November einen inflationsbedingten Rückgang seines Lebensstandards an, wobei das Problem bei älteren Menschen und Menschen mit geringerem Einkommen besonders akut war. 

„Die Inflation hat die öffentliche Vorstellungskraft eindeutig in einer Weise erfasst, wie es seit Jahrzehnten nicht mehr der Fall war“, sagte Douglas Porter, Chefökonom bei BMO Capital Markets, in einem Kommentar.

Veränderungen in der Einstellung der Menschen zu ihrer finanziellen Situation wirken sich auf ihr Ausgabeverhalten aus und können wiederum ein Zeichen für Veränderungen in der wirtschaftlichen Richtung sein. Aus diesem Grund verwenden politische Entscheidungsträger Indizes wie den der University of Michigan als Barometer für die Wirtschaftsaktivität.

Haben Sie eine Frage, einen Kommentar oder eine Geschichte, die Sie teilen möchten? Sie erreichen Diccon unter [email protected].