Sind Aura-Anfälle und was ist zu tun, wenn ein Patient eine Aura hat?

Eine Aura ist ein Gefühl, das manche Patienten kurz vor einem Anfall verspüren. Sie werden als Warnzeichen für einen bevorstehenden Anfall genannt. Forschungsergebnisse zeigen, dass eine Aura nichts anderes als eine Form eines einfachen partiellen Anfalls ist, der tatsächlich von selbst auftritt. Darauf kann zeitweise ein generalisierter Anfall folgen.

Inhaltsverzeichnis

Sind Aura-Anfälle?

Die Ärzte und Forscher sind der Meinung, dass Auren im eigentlichen Sinne einfache fokale Anfälle sind. Die Empfindungen, die ein Patient in der Aura empfindet, lassen sich am besten als einfache Symptome erklärenpartielle Anfälle. Solche Anfälle können dazu führen, dass der Patient sein Bewusstsein verändert, anstatt das gesamte Bewusstsein zu verlieren.

Auren können grob in Sinnesauren und Erfahrungsauren unterteilt werden. Während Menschen mit Sinnesauren eine Art Empfindung ohne einen bestimmten Reiz haben, beinhaltet die Erfahrungsaura verschiedene Formen subjektiver Wahrnehmungsphänomene.

Was ist sensorische Aura?

Eine Sinnesaura umfasst das Vorhandensein irgendeiner Form einer Empfindung ohne objektives Zeichen dafür. Dies kann Folgendes umfassen:

  • Somatosensorische Aura –Solche Auren zeichnen sich durch sensorische Phänomene aus, zu denen ein Kribbeln,StromschlagGefühl, Taubheitsgefühl oder ein Bewegungsgefühl oder der Wunsch, sich zu bewegen.
  • Visuelle Aura –Solche Auren zeichnen sich aus durchvisuelle Halluzinationenwie flackernde oder blinkende Lichter, einfache Muster oder Punkte. Visuelle Auren können bei Anfällen auftreten, auch im Hinterhauptslappen, und sind häufiger gefärbt.
  • Auditive Typ-Aura-Solche Auren zeichnen sich durch Hörphänomene wie Klingeln, Summen, einzelne Töne oder Trommeln aus. Es ist ersichtlich, dass bei Patienten mit Anfällen eine auditorische Aura auftritt, die auch den auditorischen Kortex im LSTL oder im lateralen oberen Temporallappen betrifft.
  • Olfaktorische Auren zeichnen sich durch olfaktorische Phänomene aus –Normalerweise ein Geruch, der unangenehm ist. Riechauren treten bei Anfällen unter anderem im orbitofrontalen oder mesialen Schläfenbereich auf.

Bei Geschmacksauren handelt es sich um Geschmacksphänomene mit bitterem, saurem, süßem, metallischem oder salzigem Geschmack. Die Geschmacksauren treten bei Patienten mit Anfällen auf und umfassen die Insula und das Parietaldeckel.

  • Epigastrische Aura-Solche Auren zeichnen sich durch Unbehagen im Oberbauch, leeres Bauchgefühl, eine Art Engegefühl und Aufwirbelung sowie ein Gefühl aus, das bis zur Brust reichen kann.
  • Cephalic Aura sind diejenigen, bei denen Patienten über Empfindungen wie klagenKopfschmerzenoderBenommenheit.

Was versteht man unter Erlebnisaura?

Der Erfahrungstyp der Aura umfasst Phänomene der Depersonalisierung, Halluzination usw. Einige der Arten der erfahrungsbezogenen Aura umfassen-

  • Affektive Aura, die Gefühle von umfasstDepression, Angst, Wut und Freude.
  • Mnemonischer Auratyp, der Déjà-vu- oder Fremdheitsgefühle einschließt.
  • Halluzinatorische Aura ist diejenige, die durch eingebildete Sinnesphänomene gekennzeichnet ist. Dies kann das Bilden von Bildern und das Hören von Stimmen beinhalten.
  • Bei der illusorischen Aura handelt es sich um solche, die eine Veränderung der tatsächlichen Sinneswahrnehmung beinhalten, einschließlich auditiver, visueller, somatosensorischer, olfaktorischer und geschmacklicher Phänomene, ohne dass sich das Bewusstsein verändert.

Was tun, wenn ein Patient Aura hat?

Wie oben erläutert, handelt es sich bei Auren um eine Form einfacher fokaler Anfälle, die als Warnzeichen für Krampfanfälle dienen, die später auftreten können. Patienten mit unterschiedlichen Formen der Aura werden gebeten:

  • In erster Linie sollte der Patient das Pflegepersonal informieren, wenn er ein Unbehagen in Form einer Aura verspürt. Dies dient als Warnsignal, sodass der Patient darauf vorbereitet sein kann, sich für Krampfanfälle an einen sichereren Ort zu begeben.
  • Der Patient sollte sich auf Atemübungen konzentrieren, da dies manchmal das Einschleichen gefährlicher Krampfanfälle verhindern kann.
  • Andere vorbereitende Übungen wie Meditation und Biofeedback können dem Patienten helfen, sich zu beruhigen.

Referenzen:

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