Hochgradige Dysplasie im Barrett-Ösophagus: Radiofrequenzablation vs. endoskopische Schleimhautresektionsergebnisse

1. Warum hochgradige Dysplasie schnelles Handeln erfordert

Der Barrett-Ösophagus (BE) ist der einzige weithin akzeptierte Vorläufer eines Adenokarzinoms der Speiseröhre, und sobald die Biopsie eine hochgradige Dysplasie (HGD) zeigt, steigt das jährliche Krebsrisiko auf 6–19 %. Das ist 30–50 Mal höher als beim nicht dysplastischen Barrett-Ösophagus. Das Aufschieben einer endgültigen Therapie ist daher kein „wachsames Abwarten“, sondern ein Glücksspiel mit einer bösartigen Erkrankung, die oft zu spät für eine Heilung auftritt. In den aktuellen Richtlinien der American Gastroenterological Association (AGA) wird die endoskopische Eradikationstherapie – und nicht die offene Operation – als Erstbehandlung für HGD eingestuft.(1)

2. Eine zweigleisige Roadmap: Ablation vs. endoskopische Schleimhautresektion

Die endoskopische Therapie der hochgradigen Dysplasie basiert auf zwei Säulen:

  • Radiofrequenzablation (RFA)– zerstört die dysplastische Schleimhaut, lässt aber die tiefere Wand intakt.
  • Endoskopische Schleimhautresektion (EMR)– Entfernt sichtbare Läsionen physisch und liefert eine pathologische Probe.

Beides kann heilend sein; Beide haben Nuancen, die die Wahl beeinflussen.

3. Funktionsweise der Radiofrequenzablation

Bei der Radiofrequenzablation liefert eine an einem Ballon oder Paddel montierte Elektrode kurze, kontrollierte Wärmestöße (90 °C für