Klare Träume: Was sie sind und warum sie wichtig sind

Haben Sie jemals einen Traum erlebt, in dem Sie das Gefühl hatten, die totale Kontrolle zu haben? Vielleicht waren Sie sich bewusst, dass Sie träumten, und haben sich bewusst neue Wendungen ausgedacht, indem Sie sich zum Beispiel für das Fliegen entschieden haben oder die Szenerie mit einem einfachen Gedanken verändert haben. Oder vielleicht könnten Sie mit anderen Charakteren, die Sie sich vorgestellt haben, in Echtzeit klar kommunizieren.

Wenn Ihnen das bekannt vorkommt, haben Sie einen klaren Traum erlebt.

Alicia Roth, PhD, Spezialistin für Schlafstörungen, erklärt, was diese sind und was sie verursacht.

Was sind Klarträume?

Beim luziden Träumen erkennt man bewusst, dass man sich in einem Traum befindet. Diese Art des Träumens tritt am häufigsten im REM-Schlaf (Rapid Eye Movement) auf, wenn Ihr Gehirn während eines Tiefschlafs eine erhöhte Aktivität erfährt. Dieser erhöhte Bewusstseinszustand kann es Ihnen manchmal ermöglichen, die Erzählung Ihrer Träume zu kontrollieren, sodass Sie beispiellose Kreativität und Entdeckungen erleben können.

Etwa 50 % der Weltbevölkerung erleben Klarträume. Über Menschen, die behaupten, die Fähigkeit zu haben, ihre Träume zu kontrollieren oder zu manipulieren, ist jedoch viel weniger bekannt.

„Ob es Klarträume, normale Träume oder Albträume sind, Träume lassen sich nur sehr schwer objektiv messen“, sagt Dr. Roth. „Es gibt Möglichkeiten, festzustellen, wann sich Menschen im REM-Schlaf befinden. Wenn wir sie in einer Schlafstudie oder mit einem MRT-Scanner beobachten, können wir Gehirnveränderungen erkennen. Aber wir können nicht einmal genau sagen, wann Menschen tatsächlich träumen.“

Ursachen

Schlafstörungen oder Störungen, die den REM-Schlaf beeinflussen, können die Häufigkeit klarer Träume erhöhen. Menschen mit Narkolepsie haben beispielsweise häufiger Klarträume. Einige Studien deuten darauf hin, dass es aufgrund der erhöhten Aktivität zwischen Bereichen des Gehirns, die normalerweise während des Schlafs deaktiviert sind, sogar zu häufigem Klarträumen kommen könnte. Diese Bereiche sind für die Entscheidungsfindung und Sinneswahrnehmung zuständig.

„Im REM-Schlaf tauchen die lebhaftesten Träume auf“, sagt Dr. Roth, „und es ist eine sehr aktive Zeit für Ihr Gehirn. Wenn Sie eine Schlafstudie durchgeführt haben, sieht Ihr Gehirn im REM-Schlaf in Bezug auf die Aktivität in Bezug auf die Aktivität sehr ähnlich aus, wenn Sie wach sind.“

Weitere Untersuchungen sind erforderlich, um die genauen Ursachen für Klarträume zu ermitteln. Die verfügbaren Forschungsergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit, einen Klartraum zu haben, höher ist, wenn:

  • Offen für neue Erfahrungen und die Idee des Klarträumens
  • Im Einklang mit Ihren Emotionen
  • Kann sich effektiver an Träume erinnern
  • Wahrscheinlicher ist, dass man tagsüber eine positive Stimmung hat
  • Kreativ und intuitiv

Ist Klarträumen gefährlich?

Bisher gibt es nicht genügend wissenschaftliche Beweise dafür, dass Klarträumen gesundheitsschädlich sein kann. Wenn Sie jedoch Ihren Schlaf unterbrechen, um Klarträume anzuregen, kann dies zu Schlafentzug und Problemen führen mit:

  • Wachsamkeit
  • Erinnerung
  • Stress
  • Bluthochdruck
  • Diabetes

Menschen mit psychischen Erkrankungen, die mit Delirium und Halluzinationen wie Psychosen einhergehen, haben möglicherweise auch größere Schwierigkeiten, den Unterschied zwischen Klarträumen und der Realität zu verstehen.

Vorteile des Klarträumens

Dennoch deuten einige Untersuchungen darauf hin, dass luzides Träumen hilfreich sein kann:

  • Reduzieren Sie die Schwere von Angstzuständen und Depressionen
  • Verbessern Sie negative Erfahrungen mit Albträumen
  • Verbessern Sie motorische Fähigkeiten und Leistung

Im klinischen Umfeld ist klares Träumen manchmal das Ergebnis einer Technik zur Unterstützung von Menschen mit Albträumen, der so genannten Imagery Rehearsal Therapy (IRT). Diese Praxis, sagt Dr. Roth, beinhaltet die Verwendung geführter Bilder und die Neufassung der Erzählung von Albträumen.

„Wir verwenden angenehme, geführte Bilder, um Ihnen beizubringen, alle fünf Sinne einzubeziehen, und konzentrieren uns sogar darauf, eine Szene von etwas zu erstellen, das Sie gerne tun, während Sie wach sind“, erklärt sie. „Wenn Sie beginnen, dies tagsüber und vor dem Schlafengehen zu üben, kann es manchmal zu Ihren Träumen führen oder verhindern, dass Sie einen Albtraum haben.“

Während Sie wach sind, hilft Ihnen ein Therapeut dabei, den Punkt zu identifizieren, an dem Ihre Träume tendenziell schiefgehen, und hilft Ihnen dann, die Erzählung neu zu strukturieren.

„Wenn Sie diese umgeschriebenen Träume den ganzen Tag über in Gedanken durchgehen, können Sie Ihr Gehirn dazu bringen, sie so zu ordnen, dass sie sich beim Wiedereinschlafen als nützlich erweisen“, fügt Dr. Roth hinzu.

Das grenzenlose Potenzial der Träume

Unsere Träume und die Art und Weise, wie wir die Welt sehen, hängen in einzigartiger Weise davon ab, wer wir als Individuen sind. Deshalb brauchen wir mehr Forschung und größere klinische Studien, um herauszufinden, wie klares Träumen positiver genutzt werden kann.

Je mehr wir erkennen, was wir kontrollieren können und wie kreativ wir sein können – sowohl in Klarträumen als auch in der Realität – desto leichter können wir zur Ruhe kommen. Und wir alle könnten heutzutage einen besseren Schlaf gebrauchen.