Was ist Unterkühlung?

Wichtige Erkenntnisse

  • Unterkühlung liegt vor, wenn die Körpertemperatur unter 95 Grad sinkt, weil mehr Wärme verloren geht als produziert wird.
  • Um Unterkühlung zu verhindern oder zu behandeln, gehen Sie an einen warmen Ort und verwenden Sie Decken oder Kleidung, um die Körperwärme zu speichern.

Hypothermie (niedrige Körpertemperatur) bezieht sich sowohl auf eine Erkrankung als auch auf ein Symptom einer Kälteeinwirkung. Sie entsteht, wenn der Körper eine bestimmte Temperatur unterschreitet und sich nicht erwärmen kann. Als normale Körpertemperatur gelten 98,6 Grad. Als Unterkühlung gilt alles unter 95 Grad. Unbehandelt kann Unterkühlung zu einem medizinischen Notfall werden.

Das Hautsystem (Haut) trägt zur Regulierung der Körpertemperatur bei, indem es den Wärmeverlust kontrolliert. Der Körper erzeugt Wärme durch den Zellstoffwechsel, was eine schicke Art zu sagen ist, dass das Leben – zumindest beim Menschen – uns warm hält.

Solange unser Körper mindestens so viel Wärme erzeugen kann, wie wir verlieren, halten wir unsere Kerntemperatur aufrecht. Wenn wir mehr verlieren als wir einnehmen, leiden wir an Unterkühlung.

Arten von Unterkühlung

Es gibt drei allgemeine Arten von versehentlicher Unterkühlung:

  1. Akute Kälteeinwirkung, z. B. Eintauchen in kaltes Wasser oder Hängenbleiben im Schnee. Das ist schlimmer, als einfach bei kaltem Wetter draußen zu sein.
  2. Müdigkeit oder andere mangelnde Stoffwechselaktivität, die nicht ausreichend Wärme erzeugt, einschließlich Alkoholvergiftung oder Unterernährung.
  3. Chronische Exposition gegenüber milden oder mäßig kalten Temperaturen ohne Unterbrechung. Schon ein zu langes Plaudern draußen ohne Jacke an einem kühlen Herbstabend reicht aus, um eine leichte Unterkühlung zu entwickeln, auch wenn diese leicht zu behandeln ist.

Hypothermie kommt auch während einer Operation sehr häufig vor, was auf eine Kombination aus einer kalten Umgebung und einer Beeinträchtigung der Haut zurückzuführen ist (da die Haut per Definition aufgeschnitten wurde), wodurch die Wärme schneller als normal entweichen kann.Perioperative Hypothermie ist gut dokumentiert und Chirurgen suchen nach Möglichkeiten, sie zu verhindern und gleichzeitig eine gesunde und angenehme Umgebung für das Operationsteam zu schaffen.

Geschichte

Seit Jahrtausenden weiß der Mensch, dass Kälte zum Tod führen kann und dass Müdigkeit oder Erschöpfung die Krankheit verschlimmern. Um Unterkühlung tatsächlich zu definieren und zu erkennen, war ein Thermometer erforderlich, das klein genug war, um regelmäßig am Menschen verwendet zu werden. Es wurde 1866 erfunden und war für medizinische Zwecke erst Jahrzehnte später allgemein verfügbar. Es dauerte lange, bis Thermometer auf den Markt kamen, um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie warm der Körper sein sollte.

Bei vielen Menschen mussten die Temperaturen gemessen und aufgezeichnet werden, um herauszufinden, was normal war. Und alle Temperaturen mussten auf die gleiche Weise gemessen werden – eine Standardisierung, die es viele Jahre lang nicht gab. Die erste Studie über menschliche Temperaturen wurde 1868 veröffentlicht und beinhaltete eine Diskussion der Temperaturen von mehr als 25.000 Probanden mit verschiedenen Krankheiten. Die meisten Temperaturen wurden unter dem Arm (midaxillär) gemessen, eine bekanntermaßen ungenaue Methode.

Schon in den frühen Jahren, in denen die Temperatur als Diagnoseinstrument eingesetzt wurde, wussten Ärzte, dass Patienten mit niedrigen Temperaturen nicht zurechtkommen, aber die Krankheit hatte keinen richtigen Namen. Der Begriff „Hypothermie“ erschien erst etwa 1880 in gedruckter Form und wurde für verschiedene Bedeutungen verwendet, von kalten Händen bis hin zu mangelnder „Toleranz“ gegenüber der Kälte. Erst im 20. Jahrhundert wurde es so klar definiert, wie Ärzte es heute kennen.

Es war allgemein bekannt, dass Unterkühlung (obwohl es keinen richtigen Namen gab) durch Kälteeinwirkung verursacht werden konnte, und die Rolle einer Alkoholvergiftung bei Unterkühlung wurde sofort erkannt. Die Vorstellung, dass es während einer Operation zu Unterkühlung kommen könnte, ist eine relativ moderne Erkenntnis.

Symptome einer Unterkühlung

Die Anzeichen und Symptome einer Unterkühlung hängen vom Schweregrad der Erkrankung ab. Zunächst bleibt nur ein Frösteln und ein allgemein unangenehmes Gefühl bestehen. Der Patient könnte fummelige Finger haben.

Mit fortschreitender Hypothermie kommt es zu zunehmenden Störungen der Feinmotorik, Müdigkeit, Verwirrtheit, Bewusstlosigkeit und schließlich zum Tod.

Ursachen

Unterkühlung entsteht dadurch, dass mehr Wärme verloren geht, als der Körper erzeugen kann. Die häufigste Ursache für Unterkühlung ist die Einwirkung einer kalten Umgebung. Eine kalte Umgebung bedeutet nicht unbedingt, dass man sich im Freien aufhält; Personen unter Narkose sind aufgrund veränderter Thermoregulationsmechanismen möglicherweise anfälliger für Unterkühlung.Weitere Ursachen oder Risikofaktoren sind Traumata oder Operationswunden, Müdigkeit und Alkoholvergiftung. Für Babys kann das Schlafen in kalten Schlafzimmern ein Risikofaktor sein.

Diagnose

Um eine Hypothermie zu diagnostizieren, muss eine genaue Temperatur gemessen werden, die unter einem bestimmten Schwellenwert liegt. Eine Kombination aus der tatsächlichen Temperatur und den Anzeichen und Symptomen des Patienten bestimmt, ob die Unterkühlung als leicht, mittelschwer oder schwer einzustufen ist.

Verhütung

Um einer Unterkühlung vorzubeugen, muss mehr Wärme gespeichert werden, als der Patient über die Haut verliert. Bei der Behandlung von Unterkühlung werden genau dieselben Techniken angewendet wie bei der Vorbeugung von Unterkühlung, es kommt jedoch zu einer Wärmeübertragung in den Körper, anstatt den Wärmeverlust zu stoppen.