Jamais Vu ist das beunruhigende Gefühl, dass sich etwas Vertrautes plötzlich völlig neu oder fremd anfühlt. Das französische Wort für „nie gesehen“ lässt sich vielleicht am besten als das Gegenteil von Déjà-vu beschreiben.
Obwohl es weniger verbreitet ist, ist Jamais Vu genauso faszinierend und komplex wie sein berühmteres Gegenstück.
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Was wird nie gesehen?
„Jamais vu ist ein falsches Gefühl der Fremdheit“, erklärt der Neurologe Jean Khoury, MD. „Sie befinden sich in einer Umgebung, die Sie kennen, aber Ihr Gehirn erkennt sie nicht.“
Diese Momente vergehen normalerweise schnell, können aber dazu führen, dass Sie sich desorientiert fühlen.
Es ist erwähnenswert, dass Jamais Vu ein wenig wie Gedächtnisverlust klingen kann. Denn wenn Dinge, die Sie wissen sollten, nicht mehr registriert werden, kann das ein beunruhigendes Zeichen für Erkrankungen wie Demenz oder Alzheimer sein. Aber es ist nicht dasselbe.
„Jamais vu ist das Gefühl, etwas nicht zu erkennen. Es bedeutet nicht, dass man die Fähigkeit verloren hat, seine Umgebung zu erkennen“, stellt Dr. Khoury klar. „Es gibt eine kurze Pause, in der man sich in seiner Umgebung unwohl fühlt.“
Noch nie gesehene Beispiele
Jamais Vu kann in einer Vielzahl von Situationen auftreten, wie zum Beispiel:
- Sie betreten Ihr Zuhause und die Möbel, die Beleuchtung und der Boden fühlen sich irgendwie unheimlich neu an.
- Sie tippen oder lesen ein gebräuchliches Wort wie „Tür“, und plötzlich sieht es falsch aus – als wäre es falsch geschrieben oder in einer Fremdsprache.
- Sie führen ein Gespräch mit einem Freund, dessen Gesicht für einen Moment nicht wiederzuerkennen ist.
- Sie sind in Ihrem örtlichen Lebensmittelgeschäft, in dem Sie jahrelang eingekauft haben, als Sie für einen Moment die Orientierung verlieren.
- Du holst ein Lieblingssweatshirt aus deinem Kleiderschrank und erkennst es nicht als dein eigenes.
Welche Ursachen wurden nie gesehen?
Jamais Vu tritt auf, wenn es zu einer kurzen Fehlkommunikation zwischen zwei Bereichen Ihres Gehirns kommt – Ihren Schläfenlappen und Ihrem Hippocampus –, die für Erkennung und Gedächtnis verantwortlich sind. Es ist derselbe Prozess, der zu einem Déjà-vu führt.
„Jamais Vu entsteht, wenn es eine Trennung zwischen Ihren Sinnen und Ihrem Gedächtnis gibt. Es ist, als würde Ihr Gehirn Ihnen einen Streich spielen“, erklärt Dr. Khoury.
Jamais Vu tritt auf, wenn es zu einer Fehlfunktion zwischen Ihren Schläfenlappen (die Ihnen helfen, vertraute Personen und Orte zu erkennen) und Ihrem Hippocampus (der neue Informationen aufnimmt) kommt. Ihr Gehirn kann für einen kurzen, flüchtigen Moment etwas Altes mit etwas Neuem verwechseln.
„Sowohl Déjà-vu als auch Jamais-vu sind das Ergebnis derselben fehlenden Verbindung zwischen Temporallappen und Hippocampus. Aber wie man diese Fehlkommunikation erlebt, ist unterschiedlich“, fährt er fort.
Anstelle des beunruhigenden Gefühls, etwas schon einmal gesehen oder erlebt zu haben, haben Sie das Gefühl, es noch nie gesehen zu haben – obwohl Sie wissen, dass Sie es gesehen haben.
Gesundheitszustand und noch nie gesehen
Jamais Vu kann harmlos sein – nichts weiter als ein zufälliger Fehler in Ihrer Gehirnmatrix. Oder es kann ein Zeichen dafür sein, dass etwas anderes vor sich geht.
Mögliche Auslöser sind:
- Geistige Müdigkeit: Wenn Sie erschöpft sind, kann die Fähigkeit Ihres Gehirns, Dinge zu verarbeiten und zu erkennen, nachlassen.
- Schlafentzug: Schlafmangel kann die Gedächtnisfunktion beeinträchtigen und es schwieriger machen, vertraute Umgebungen und Situationen zu erkennen.
- Stress oder Angst: Extremer Stress kann die Art und Weise beeinträchtigen, wie Ihr Gehirn interpretiert, was um Sie herum geschieht. „Es kann ein Schutzmechanismus sein“, sagt Dr. Khoury. „Das Gehirn löst sich als Bewältigungsstrategie leicht von der Realität.“
- Migräne: Menschen, die zu Migräne neigen, können Jamais Vu während der Einbruchsphase (Aura) oder als Symptom der Migräneepisode selbst erleben.
- Temporallappenepilepsie: Jamais vu kann bei Menschen auftreten, bei denen Anfälle im Temporallappen auftreten. Es kann zu Beginn eines Anfalls auftreten, bevor sich andere Anfallssymptome entwickeln – oder es kann das einzige Anzeichen einer Anfallsepisode sein.
Wann sollte man mit einem Arzt über Jamais Vu sprechen?
Ein- oder zweimal im Jahr ein paar Momente Jamais Vu erleben? Wahrscheinlich kein Grund zur Sorge.
Wenn Sie jedoch bemerken, dass es regelmäßiger auftritt oder länger anhält, sollten Sie dies einem Arzt mitteilen.
„Episoden, die häufiger auftreten oder länger als ein paar Sekunden dauern, können ein Warnsignal sein“, erklärt Dr. Khoury.
Das gilt insbesondere dann, wenn Jamais-vu-Episoden mit anderen besorgniserregenden Symptomen einhergehen, wie zum Beispiel:
- Gedächtnisverlust oder Verwirrung
- Starke Kopfschmerzen
- Verlust des Bewusstseins oder der Reaktionsfähigkeit
- Anfälle
Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Ihre Erfahrung typisch ist, vertrauen Sie Ihrer Intuition: „Wenn es ausreicht, Sie darüber nachzudenken, mit einem Gesundheitsdienstleister zu sprechen, ist das wahrscheinlich ein Zeichen dafür, dass es sich lohnt, darüber zu sprechen“, betont Dr. Khoury.

Willkommen auf meiner Seite!Ich bin Dr. J. K. Hartmann, Facharzt für Schmerztherapie und ganzheitliche Gesundheit. Mit langjähriger Erfahrung in der Begleitung von Menschen mit chronischen Schmerzen, Verletzungen und gesundheitlichen Herausforderungen ist es mein Ziel, fundiertes medizinisches Wissen mit natürlichen Methoden zu verbinden.
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