Was bedeutet verlängertes QT im EKG?

Was bedeutet verlängertes QT im EKG?

Ärzte können messen, ob das QT-Intervall in der richtigen Zeit auftritt. Dauert es länger als gewöhnlich, spricht man von einem verlängerten QT-Intervall. Die Obergrenze eines normalen QT-Intervalls hängt von Faktoren wie Alter, Geschlecht und der Regelmäßigkeit und Geschwindigkeit der Herzfrequenz ab.

Das Long-QT-Syndrom (LQTS) ist eines der häufigsten erblichen Syndrome im Zusammenhang mit plötzlichem Tod. Es wurde als Kanalopathie oder Erkrankung der Ionenkanäle bezeichnet. Es ist bekannt, dass das Herzaktionspotential seit einem perfekten Gleichgewicht zwischen den ionischen Depolarisations- und Repolarisationsströmen besteht, die dank der korrekten Funktion der entsprechenden Ionenkanäle erzeugt werden. Daher wird eine Modifikation in den Genen, die für diese Kanäle chiffrieren, in ein Ungleichgewicht in diesen Strömen übersetzt. Eine normale ventrikuläre Repolarisation wird durch das Gleichgewicht zwischen den nach innen gerichteten Natrium- und Kalziumströmen und den nach außen gerichteten Kaliumströmen (K+) erzeugt. Die letzten sind zahlreich, können aber in zwei Gruppen eingeteilt werden, diejenigen, die für die Repolarisation in der Anfangsphase des Aktionspotentials verantwortlich sind, die als transiente Auswärtsströme bezeichnet werden, und diejenigen, die sich mit dem Rest der Repolarisation befassen, die als späte Gleichrichterströme bekannt sind. Es gibt viele Mutationen, die die Ionenkanäle negativ beeinflussen können. Die Folgen dieser Mutationen lassen sich in drei Gruppen einteilen: Beeinflussung der Kanaldurchlässigkeit, Variation der Kanalaktivierung und Dysfunktion der Kanalinaktivierung.

Über das QT-Intervall

Eine normale ventrikuläre Repolarisation wird durch die ST-Strecke und die T-Welle in einem Elektrokardiogramm (EKG) symbolisiert. Der elektrokardiographische Parameter, mit dem Ärzte die Repolarisationsdauer beurteilen müssen, ist jedoch das QT-Intervall.

Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass das QT-Intervall nicht nur die Repolarisation, sondern auch die Depolarisation umfasst, da es den QRS-Komplex umfasst. Diese Tatsache ist wesentlich, um zu verstehen, warum sie bei Leitungsstörungen verlängert werden kann und nicht nur durch Veränderungen in der Repolarisation.

Im vorliegenden Fall ist das Elektrokardiogramm ( EKG ), das ein Long-QT-Syndrom zeigt, durch eine Veränderung der Repolarisation gekennzeichnet, die abnormal lang ist. Unter der oben erwähnten Prämisse des Gleichgewichts zwischen Einwärts- und Auswärtsströmen kann ein LQTS durch Veränderungen in den Kaliumkanälen (K+) erzeugt werden, die den Auswärtsstrom von K+ konsequent verringern.

Es kann auch auftreten, wenn Veränderungen des Natrium- oder Kalziumkanals den Eintritt eines dieser Ionen in die Zelle auf anormale Weise erhöhen. In jedem Fall kann eine solche verlängerte Repolarisation allgemein begünstigt durch bestimmte auslösende Faktoren zu einem spezifischen Typ einer polymorphen ventrikulären Tachykardie führen, deren charakteristische Morphologie die Torsade des Gewebes widerspiegelt.

Der gemeinsame Nenner verlängerter QT-Syndrome ist die Verlängerung dieses Intervalls. Allerdings gibt es bestimmte Besonderheiten der ST-Strecke und der T-Welle, die den Verdacht auf das Vorliegen einer bestimmten Variante zulassen. Die Differentialdiagnose der drei Hauptvarianten kann durch das Elektrokardiogramm gestellt werden, obwohl ihre Ergebnisse nicht genau sind, da die Beziehung zwischen Genotyp und Phänotyp nicht genau ist.

Derzeit sind sieben Varianten der Erkrankung bekannt und die Therapie umfasst pharmakologische und nicht-pharmakologische Maßnahmen.

Das Syndrom kann auch auf sekundäre Ursachen durch den Einsatz kardiologischer und nicht-kardiologischer Medikamente ansprechen und diese Form der Darstellung ist häufiger als die genetisch bedingte.

Das Long-QT-Syndrom hat Ärzten ein einzigartiges und wertvolles Verständnis der grundlegenden Mechanismen der elektrischen Aktivität des Herzens vermittelt. Neue Gene wurden entdeckt und die Assoziation zwischen dem genetischen Defekt und dem klinischen Phänotyp hat einen klareren Überblick über die Rolle von Ionenkanälen bei der Bestimmung von QT-Intervallen und ihrer Regulierung gegeben. Die Krankheit bietet auch das deutlichste Beispiel dafür, wie wichtig es ist, genetische Informationen über Patienten zu erhalten, da dies nicht nur für die Prognose der Krankheit wichtig ist, sondern derzeit eindeutig für eine individualisierte Therapie wichtig ist. Zukünftige Forschung auf klinischer und molekularer Ebene wird zweifellos die Zahl spezifischer Angriffspunkte für die Arrhythmiekontrolle erhöhen, nicht nur bei dieser seltenen Krankheit, sondern auch bei vielen anderen angeborenen und erworbenen Herzrhythmusstörungen.