Röntgen während der Schwangerschaft: Ist es sicher? Was sind die Risiken?

Röntgenaufnahmen während der Schwangerschaft gelten als sicher, sofern sie unter ärztlicher Anleitung durchgeführt werden und die empfohlene Höchstbestrahlung nicht überschreiten. Darüber hinaus ist die richtige Anwendung der Bleischürze am Bauch wichtig, um zu verhindern, dass Strahlung das Baby erreicht.​

Im Allgemeinen beträgt die maximal empfohlene Strahlung während der Schwangerschaft5 Rad oder 5000 Millirad, das ist die Einheit zur Messung der absorbierten Strahlungsmenge, denn jenseits dieses Wertes kann es beim Fötus zu Veränderungen kommen.

Wenn daher während der Schwangerschaft eine höhere Strahlenbelastung als empfohlen oder zu viele Röntgenuntersuchungen durchgeführt werden, besteht ein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen des Fötus, Wachstumseinschränkungen oder Erkrankungen.

Ist eine Röntgenaufnahme während der Schwangerschaft sicher?

Das Anfertigen von Röntgenaufnahmen während der Schwangerschaft gilt als sicher, sofern die maximale Strahlung von 5 Rad eingehalten wird und die Bleischürze gut im Bauchbereich positioniert ist.

Denn die meisten Untersuchungen mit Röntgenstrahlen erreichen bei weitem nicht den Maximalwert und gelten als äußerst sicher, insbesondere wenn während der Schwangerschaft nur 1 bis 2 Untersuchungen durchgeführt werden

Allerdings ist auch die Strahlungsrichtung wichtig, so dass Röntgenaufnahmen im Bauchbereich möglichst vermieden werden sollten.

In jedem Fall muss der Arzt bei der Empfehlung einer Röntgenaufnahme, die nur bei Bedarf durchgeführt werden sollte, den Nutzen der Untersuchung für die Frau und die möglichen Risiken für den Fötus abwägen.

Was sind die Risiken?

Die Exposition gegenüber hohen Strahlendosen während der Schwangerschaft kann das Risiko erhöhen für:

  • Fehlbildungen;​
  • Angeborene Defekte;
  • Einschränkung des fetalen Wachstums;
  • Geistige Behinderung;
  • Leukämie im Kindesalter.

Allerdings variieren diese Probleme je nach Gestationsalter und Dauer der Strahlenexposition und sind selten, da eine sehr hohe Strahlungsmenge erforderlich ist, um Veränderungen beim Fötus hervorzurufen.

Darüber hinaus kann eine hohe Strahlenbelastung im Bauchbereich in den ersten 15 Tagen nach der Empfängnis das Risiko einer Fehlgeburt erhöhen.

Strahlungstabelle nach Röntgenart

Abhängig von der Stelle am Körper, an der die Röntgenaufnahme gemacht wird, variiert die Strahlungsmenge:

Ort der Röntgenuntersuchung Strahlungsmenge der Untersuchung (Millirad*) Wie viele Röntgenaufnahmen kann eine schwangere Frau machen?
Röntgenaufnahme des Mundes 0,1 50 Mio
Schädel-Röntgenaufnahme 0,05 100 Mio
Röntgenaufnahme der Brust 200 bis 700 7 bis 25
Röntgenaufnahme des Abdomens 150 bis 400 12 bis 33
Röntgenaufnahme der Halswirbelsäule 2 2500
Röntgenaufnahme der Brustwirbelsäule 9 550
Röntgen der Lendenwirbelsäule 200 bis 1000 5 bis 25
Röntgenbild der Hüfte 110 bis 400 12 bis 40
Röntgenaufnahme der Brust (Mammographie) 20 bis 70 70 bis 250

* 1000 Millirad = 1 Rad

Daher kann die Schwangere jederzeit eine Röntgenaufnahme durchführen lassen, es empfiehlt sich jedoch, den Arzt über die Schwangerschaft zu informieren, damit die zum Strahlenschutz verwendete Bleischürze richtig am Bauch der Schwangeren anliegt.

Ist es gefährlich, eine Röntgenaufnahme zu machen, ohne zu wissen, dass man schwanger ist?

In Fällen, in denen die Frau nicht wusste, dass sie schwanger ist und eine Röntgenaufnahme gemacht hat, ist die Untersuchung auch zu Beginn der Schwangerschaft, wenn sich der Embryo entwickelt, ungefährlich. Dies liegt daran, dass die von den Geräten ausgehende Strahlung sehr gering ist.

Es wird jedoch empfohlen, dass die Frau, sobald sie feststellt, dass sie schwanger ist, ihren Geburtshelfer über die Anzahl der durchgeführten Tests informiert, damit die bereits absorbierte Strahlungsmenge berechnet werden kann und vermieden wird, dass sie im weiteren Verlauf der Schwangerschaft mehr als 5 Rad empfängt.

Was kann passieren, wenn Sie mehr Strahlung ausgesetzt sind als empfohlen?

Die Defekte und Missbildungen, die beim Fötus auftreten können, variieren je nach Gestationsalter und der Gesamtstrahlungsmenge, der die schwangere Frau ausgesetzt war. Wenn dies jedoch der Fall ist, ist die Hauptkomplikation der Strahlenbelastung während der Schwangerschaft in der Regel die Entstehung von Krebs im Kindesalter.

Daher sollten Babys, die nach intensiver Strahlenexposition geboren wurden, regelmäßig von einem Kinderarzt untersucht werden, um frühe Veränderungen zu erkennen und gegebenenfalls eine Behandlung einzuleiten.