PCOS-Bauch: Was es ist und wie man es loswird

Das Leben mit dem polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) bringt Herausforderungen mit sich. Die Akne. Die streunenden Haare. Die Zeiten, die so zuverlässig sind wie öffentliches WLAN in einem ländlichen Café.

Und dann ist da noch das Bauchfett – oft auch „PCOS-Bauch“ genannt. Es ist das hartnäckige Gewicht um Ihren Mittelteil, das sich nicht zu bewegen scheint, egal, was Sie versuchen.

Das nervt. Und es geht nicht nur um die Passform Ihrer Kleidung, sondern auch um Ihre Gesundheit.

Wir haben mit der Gynäkologin Yolanda Thigpen, Ärztin, darüber gesprochen, warum PCOS zu Bauchgewicht führen kann und was man dagegen tun kann.

Was ist ein PCOS-Bauch?

Unter PCOS Bauch versteht man eine Gewichtszunahme im Mittelteil. Es ist ein häufiges Problem für viele Frauen mit PCOS.

„PCOS kann zu einer sogenannten ‚Apfelform‘ führen, bei der man Übergewicht um den Bauch herum trägt, auch wenn der Rest des Körpers schlank ist“, teilt Dr. Thigpen mit.

Es gibt zwei Hauptgründe, warum es passiert:

  1. Hormonelle Ungleichgewichte: Hohe Insulinspiegel führen zu einem hohen Spiegel männlicher Hormone, sogenannter Androgene – ein Kennzeichen des Lebens mit PCOS. Sie können dazu führen, dass Ihr Körper die Stelle, an der er Fett speichert, verlagert und das Fett oft direkt in den Bauch statt in die Hüften oder Oberschenkel schickt.
  2. Insulinresistenz: PCOS beeinträchtigt oft die Fähigkeit Ihres Körpers, Insulin richtig zu nutzen. Dies kann zu Bauchfett und einem höheren Risiko für Prädiabetes und Diabetes führen.

Wie sieht der PCOS-Bauch aus?

„Ein PCOS-Bauch ist typischerweise ein runder Bauch, der fest und nicht weich oder flauschig ist“, beschreibt Dr. Thigpen. „Dies liegt daran, dass mehr Fett in den inneren Organen transportiert wird (viszerales Fett).“

Sie können immer noch einen gesunden Body-Mass-Index (BMI) und einen PCOS-Bauch haben, beispielsweise wenn Ihre Arme, Oberschenkel und Hüften einen sehr geringen Körperfettanteil haben. Ein PCOS-Bauch bedeutet jedoch, dass Ihr Taillenumfang und Ihr Taille-Hüft-Verhältnis (WHR) höher sind, als normalerweise als gesund angesehen wird.

Ein fester, runder Bauch, der für einen PCOS-Bauch typisch ist, kann ein Zeichen für viszerales Fett sein. Und deshalb lohnt es sich, es anzusprechen.

„Viszerales Fett lebt weit unter der Haut“, erklärt Dr. Thigpen. „Ein hoher Anteil an viszeralem Fett umgibt Ihre Organe und kann zusätzlich zur Insulinresistenz beitragen und Ihr Herz zusätzlich belasten.“ 

So werden Sie PCOS-Bauch los

Beschönigen wir es nicht. Es kann hart sein, einen PCOS-Bauch zu verlieren. PCOS verändert Ihren Stoffwechsel und das Fettspeichersystem Ihres Körpers, was das Abnehmen erheblich erschwert.

Aber mit sorgfältiger Beachtung von Dingen wie Ernährung, Bewegung und Stressbewältigung ist es machbar. Darüber hinaus können die Maßnahmen, die Sie ergreifen, um für sich selbst zu sorgen, dazu beitragen, dass Ihr Körper optimal funktioniert. Auch wenn die Ergebnisse an Ihrer Taille nicht sofort spürbar sind, lohnen sich Ihre Bemühungen dennoch zu 100 %.

Dr. Thigpen schlägt diese Best Practices zur Behandlung von PCOS-Bauch vor.

  • Diät: Eine Diät mit niedrigem glykämischen Index kann Entzündungen reduzieren und Ihrem Körper helfen, Insulin effektiver zu nutzen. Sie wissen nicht, wo Sie anfangen sollen? Die Mittelmeerdiät konzentriert sich auf Vollwertkost und wenig verarbeitete Lebensmittel, was sich positiv auf Ihre Gesundheit auswirken kann.
  • Gönnen Sie sich guten Schlaf: Erhöhte Androgenspiegel können Ihre Atemwege beeinträchtigen, und auch hormonelle Schwankungen können den Tagesrhythmus stören. Wenn Sie jede Nacht sieben bis neun Stunden schlafen, sich aber trotzdem benommen und träge fühlen, sprechen Sie mit einem Arzt. Sie schlagen möglicherweise vor, sich auf Schlafapnoe testen zu lassen, die bei PCOS häufig vorkommt und den Gewichtsverlust beeinträchtigen kann.
  • Halten Sie Ihren Stresspegel niedrig: Stress setzt das Hormon Cortisol frei, das zur PCOS-Gewichtszunahme beitragen kann. Nehmen Sie sich Zeit für Selbstfürsorge, meditieren Sie, schreiben Sie Tagebuch oder sprechen Sie mit einem Freund oder einer psychiatrischen Fachkraft. Sie müssen den Stress nicht alleine ertragen.
  • Übung: Es gibt keine beste oder schlechteste Art, bei PCOS Sport zu treiben. Konzentrieren Sie sich einfach darauf, Ihren Körper mehr zu bewegen. Machen Sie Spaziergänge. Versuchen Sie es mit Widerstandsbändern oder Kniebeugen. „Ein gutes Trainingsprogramm ist das, was Ihnen Spaß macht“, rät Dr. Thigpen. „Auf die konsequente Bewegung kommt es an.“ Streben Sie 150 Minuten Cardiotraining pro Woche und zwei bis drei Krafttrainingseinheiten an.
  • Medikamente verwalten: Behandlungen für PCOS, wie Metformin (Glucophage®), können die Gewichtsabnahme unterstützen, indem sie die Insulinresistenz bekämpfen. Wenn Sie an PCOS und Fettleibigkeit leiden, können auch Medikamente gegen Fettleibigkeit eine Option sein.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um eine individuelle Beratung zur Behandlung von PCOS-Bauch zu erhalten. Und denken Sie daran, dass es nicht darum geht, die Suche nach einem Badeanzug mit Bauchkontrolle aufzugeben oder die Unbeholfenheit aufzugeben, in Formwäsche zu schlüpfen. Es geht darum, für Ihre Gesundheit zu sorgen – und dafür zu sorgen, dass sich Ihr Körper wieder wie Ihr eigener anfühlt.