Östriol: Funktion, Hormonspiegel und Tests

Überblick

Was ist Östriol?

Östriol ist eines von drei Östrogenhormonen. Der Östriolspiegel steigt während der Schwangerschaft an und trägt dazu bei, dass der Fötus und Ihre Gebärmutter gesund bleiben. Kurz vor der Geburt sind die Werte am höchsten.

Jeder stellt Östriol her. Bei Menschen, die nicht schwanger sind, sind die Werte jedoch nahezu nicht nachweisbar. Andere Namen für Östriol sind Östriol und E3.

Funktion

Was bewirkt Östriol?

Im Gegensatz zu anderen Östrogenhormonen spielt Östriol nur in der Schwangerschaft eine bedeutende Rolle. Während der Schwangerschaft Östriol:

  • Hilft Ihrer Gebärmutter beim Wachstum, wenn der Fötus größer wird
  • Macht Ihren Körper empfindlicher gegenüber anderen Schwangerschaftshormonen
  • Bereitet Ihren Körper auf Wehen, Entbindung und Stillen vor

Etwa in der achten Schwangerschaftswoche beginnt der Östriolspiegel anzusteigen. Sie nehmen während der gesamten Schwangerschaft weiter zu. Der Östriolspiegel ist etwa drei Wochen vor der Geburt am höchsten. Einige Forscher glauben, dass ein steigender Östriolspiegel eine Rolle bei der Vorbereitung Ihres Körpers auf die Wehen spielen könnte. Aber sie verstehen diesen Zusammenhang nicht ganz.

Östriol als Medikament

Es gibt auch eine im Labor hergestellte Form von Östriol (ein bioidentisches Hormon). Ärzte können es im Rahmen einer Hormontherapie in den Wechseljahren verschreiben.

Die Verwendung dieses Medikaments zur Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden ist in den Vereinigten Staaten nicht von der FDA zugelassen. Es ist normalerweise nur in Compound-Apotheken erhältlich. Bitte konsultieren Sie Ihren Arzt, bevor Sie zusammengesetztes Östriol verwenden.

Forscher erforschen die vielen möglichen Funktionen von Östriol. Im Labor hergestelltes Östriol kann auch:

  • Verbessern Sie die (kognitive) Funktion des Gehirns
  • Lindern Sie Menstruationsmigräne
  • Glatte Falten
  • Behandeln Sie Erkrankungen des Nervensystems, die Entzündungen verursachen, wie etwa Multiple Sklerose (MS).
  • Behandeln Sie eine postpartale Depression

Diese Verwendungen gelten als Off-Label und werden noch erforscht. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Estriol für einen dieser Zwecke verwenden.

Anatomie

Woher kommt Östriol?

Die Plazenta ist hauptsächlich für die Herstellung von Östriol zuständig. Der Prozess umfasst jedoch einige Schritte:

  1. Die Nebennieren des Fötus produzieren ein Hormon namens Dehydroepiandrosteronsulfat (DHEAS).
  2. Die Leber des Fötus wandelt DHEAS in eine andere Chemikalie namens 16a-Hydroxy-DHEAS um.
  3. Diese Chemikalie gelangt zur Plazenta, wo sie sich in Östriol umwandelt.
  4. Östriol gelangt dann in Ihren Blutkreislauf.

Bedingungen und Störungen

Wann messen Gesundheitsdienstleister den Östriolspiegel?

Anbieter testen den Östriolspiegel typischerweise zwischen der 15. und 20. Schwangerschaftswoche (im zweiten Trimester). Dieser vorgeburtliche Test ist Teil eines Triple-Marker- oder Quad-Marker-Screenings, das dabei hilft, angeborene Erkrankungen (Geburtsfehler) zu erkennen.

Ein Quad-Marker-Screeningtest misst die Hormone Östriol und humanes Choriongonadotropin (HCG). Es misst auch Alpha-Fetoprotein (AFP) und Inhibin-A-Proteine.

Ihr Arzt kann einen Östriol-Bluttest oder einen Quad-Screen anordnen, wenn Sie Risikofaktoren für angeborene Erkrankungen haben, wie zum Beispiel:

  • 35 Jahre oder älter sein (fortgeschrittenes mütterliches Alter)
  • Diabetes
  • Biologische Familiengeschichte angeborener Erkrankungen
  • Virusinfektionen wie Hepatitis A oder Zika-Virus während der Schwangerschaft

Wie messen Gesundheitsdienstleister die Werte?

Eine Blutuntersuchung oder Urinanalyse misst den Östrogenspiegel, einschließlich des Östriolspiegels während der Schwangerschaft. Bei einem Bluttest handelt es sich um eine einfache Blutentnahme in der Praxis Ihres Arztes oder in einem Labor.

Ein 24-Stunden-Urintest ist die genaueste Methode zur Messung des Östriolspiegels. Sie sammeln über 24 Stunden Urin (Urin) in einem Behälter. Anschließend geben Sie den gefüllten Behälter zum Testen an das Büro oder Labor Ihres Anbieters zurück.

Mit Testkits für zu Hause können Sie Östrogen im Speichel (Spucke) messen. Wenn Sie jedoch schwanger sind, wird Ihr Arzt eine zuverlässigere Methode verwenden wollen.

Was bedeuten abnormale Östriolwerte?

Während der Schwangerschaft kann ein niedriger Östriolspiegel auf ein Problem mit der Plazenta hinweisen. Dieses Ergebnis kann auch auf Unterschiede beim Fötus hinweisen, beispielsweise auf das Down-Syndrom.

Ein plötzlicher Anstieg des Östriolspiegels vor der 37. Schwangerschaftswoche kann bedeuten, dass bei Ihnen das Risiko einer vorzeitigen Wehentätigkeit besteht.

Bei Menschen, die unmittelbar vor der Geburt einen niedrigen Östriolspiegel haben, kommt es möglicherweise nicht von selbst zu Wehen. Gesundheitsdienstleister werden Weheneinleitungsmethoden nutzen, um die Wehen anzukurbeln.

Ihr Arzt wird die Ergebnisse im Detail mit Ihnen besprechen und erklären, was sie bedeuten könnten. Zögern Sie nicht, Fragen zu stellen. Abhängig von den Ergebnissen empfehlen sie möglicherweise Folgeuntersuchungen (z. B. eine Ultraschalluntersuchung) oder verweisen Sie an einen genetischen Berater.

Eine Notiz von Swip Health

Östriol hat während der Schwangerschaft eine wichtige Aufgabe. Ihr Arzt möchte möglicherweise zusammen mit anderen Tests Ihren Östriolspiegel während der Schwangerschaft überprüfen. Es kann belastend sein, ein abnormales Ergebnis zu sehen. Seien Sie versichert, dass Ihr Anbieter Ihnen das Ergebnis erklärt und Sie unterstützt.