Makrophagen: Typen, Funktion und Krankheiten

Was sind Makrophagen?

Makrophagen sind Immunzellen, die Keime, Tumorzellen und andere Dinge, die Ihnen schaden könnten, finden und zerstören. Sie fungieren auch als Aufräumteam Ihres Körpers, unterstützen die ordnungsgemäße Funktion Ihrer Organe und tragen zur Aufrechterhaltung der Homöostase bei. Homöostase bedeutet, wie Ihr Körper im Gleichgewicht bleibt. Beispielsweise sorgen Ihre Makrophagen für ein Gleichgewicht, indem sie Entzündungen erzeugen, die dabei helfen können, Keime zu bekämpfen, und Entzündungen reduzieren, sodass Ihr gesundes Gewebe nicht geschädigt wird.

Makrophagen sind die einzigen Zellen, die in jedem Organ Ihres Körpers vorhanden sind. Sie suchen und zerstören:

  • Viren, Bakterien, Pilze oder andere Keime (Krankheitserreger)
  • Infizierte Zellen
  • Abgestorbene, alternde oder beschädigte Zellen
  • Tumorzellen
  • Zellstücke oder Zelltrümmer
  • Inaktive oder weniger aktive Synapsen (die Räume zwischen Nervenzellen)

Typen

Makrophagen haben zwei Modi (Phänotypen):

  • M1 oder Entzündungsmodus: M1-Makrophagen zerstören Keime und Krebszellen und machen Immunzellen auf Infektionen aufmerksam.
  • M2 oder entzündungshemmender Modus: M2-Makrophagen helfen bei der Wundheilung, der Beseitigung abgestorbener Zellen und der Gewebereparatur.

Makrophagen können zwischen den Modi M1 und M2 wechseln und sich auch irgendwo dazwischen befinden.

Funktion

Was machen Makrophagen?

Makrophagen sind für ihre Fähigkeit bekannt, in Ihren Körper gelangende Fremdstoffe zu zerstören. Aber das ist nicht alles, was sie tun. Zu den weiteren Aufgaben eines Makrophagen gehören:

  • Aktivierung von B- und T-Zellen, die ihnen hilft, Krankheitserreger zu bekämpfen
  • Entfernung abgestorbener und beschädigter Zellen
  • Krebszellen zerstören
  • Freisetzung von Proteinen wie Zytokinen, die andere Immunzellen auf Infektionen aufmerksam machen
  • Repariert Gewebe, heilt Wunden und reduziert Entzündungen
  • Rückgewinnung von Mineralien in die Knochen
  • Abbau alter roter Blutkörperchen und Recycling des Eisens
  • Regulierung der Entwicklung des fötalen Gewebes
  • Regulierung Ihrer Organfunktion und Aufrechterhaltung der Homöostase

Wie funktionieren sie?

Makrophagen besitzen außen Rezeptoren, die sie wie Antennen nutzen. Diese Antennen empfangen Signale von Substanzen in der sie umgebenden Umgebung. Dies können Signale von Chemikalien oder Proteinen in Ihrem Körper sein (wie Zytokine oder Opsonine). Oder es könnte sich um Antigene handeln, die wie Markierungen auf Keimen, Allergenen und Krebszellen wirken.

Wenn ein Makrophage etwas entdeckt, das er loswerden sollte, schluckt oder „frisst“ er es (ein Vorgang, der Phagozytose oder „Zellefressen“ genannt wird). Anschließend wird es zerkleinert, sodass Ihr Körper es loswerden kann. Makrophagen können das Antigen eines Keims auch auf sich selbst präsentieren, sodass T- und B-Zellen es erkennen und aktivieren können.

Signale können Makrophagen auch dazu veranlassen, Chemikalien freizusetzen, die andere Immunzellen auf den Bereich aufmerksam machen, Entzündungen reduzieren oder bei der Regulierung eines Körperprozesses helfen.

Anatomie

Wo befinden sich Makrophagen in Ihrem Körper?

Sie haben Makrophagen in allen Geweben Ihres Körpers. Einige werden im Rahmen der fetalen Entwicklung in Ihren Organen gebildet – sie sind bereits bei der Geburt vorhanden. Andere entstehen im Laufe Ihres Lebens und beginnen als Monozyten in Ihrem Knochenmark. Monozyten entwickeln sich zu Makrophagen, wenn sie in Ihr Gewebe eindringen.

Die meisten halten Ausschau nach Keimen und beschädigten Zellen und entfernen diese. Manche haben aber auch spezielle Aufgaben, die dazu beitragen, dass Ihre Organe funktionieren. Beispiele hierfür sind:

  • Kupffer-Zellenin Ihrer Leber helfen, Leberschäden zu reparieren und verhindern, dass Ihre Immunzellen „hilfreiche Keime“ wie die in Ihrem Darmmikrobiom angreifen.
  • OsteoklastenHelfen Sie dabei, beschädigte Knochen zu reparieren und Mineralien wieder in Ihre Knochen aufzunehmen.
  • Mikrogliazellenregulieren und reparieren Nervenzellen.

Bedingungen und Störungen

Was sind häufige Erkrankungen im Zusammenhang mit Makrophagen?

Makrophagen, die nicht richtig funktionieren oder zu starke Entzündungen verursachen, können zu Folgendem führen:

  • Osteoporose
  • Autoimmunerkrankungen wie Lupus, rheumatoide Arthritis (RA), Sklerodermie und Typ-1-Diabetes
  • Alkoholbedingte Lebererkrankungen, wie alkoholbedingte Hepatitis
  • Krebs
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Arteriosklerose
  • Neurologische Erkrankungen wie Alzheimer und Multiple Sklerose (MS)
  • Makrophagenaktivierungssyndrom, eine Komplikation rheumatologischer Erkrankungen, die zu unkontrollierten Entzündungen führt

Auch bei Organschäden durch Sepsis spielen Makrophagen eine Rolle.

Weitere häufig gestellte Fragen

Wie lang ist die Lebensdauer eines Makrophagen?

Die Lebensdauer von Makrophagen hängt von ihrem Standort ab. Im Allgemeinen leben sie Monate bis Jahre.

Eine Notiz von Swip Health

Makrophagen sind vor allem für ihre keimtötenden Fähigkeiten bekannt. Aber sie wissen auch wirklich, wie man einen Raum liest. Sie nutzen Signale in Ihrem Gewebe, um Ihren Körper zu schützen und dafür zu sorgen, dass er ordnungsgemäß funktioniert. Tatsächlich können Probleme mit Ihren Makrophagen fast überall in Ihrem Körper zu Krankheiten führen. Für solch kleine Verteidiger tragen sie eine große Verantwortung.