Inhaltsverzeichnis
Wichtige Erkenntnisse
- Zahnschmerzen können durch gemeinsame Nervenbahnen, insbesondere durch den Trigeminusnerv, Kopfschmerzen auslösen.
- Häufige Ursachen sind Zahnprobleme wie Karies, Zähneknirschen (Bruxismus), Kiefergelenkserkrankungen und Nebenhöhlenentzündungen.
- Wenn Sie anhaltende Zahn- oder Kopfschmerzen haben, ist der Besuch beim Zahnarzt oder Gesundheitsdienstleister der Schlüssel zur richtigen Diagnose und Behandlung.
Zahnschmerzen können Kopfschmerzen verursachen, da der Trigeminusnerv, der Schmerzsignale von den Zähnen weiterleitet, auch Teile des Gesichts und des Kopfes betrifft. Zahnprobleme wie Karies, Kiefergelenksbeschwerden oder Zähneknirschen können diesen Nerv reizen oder umliegende Muskeln belasten, was zu Verspannungen oder übertragenen Kopfschmerzen führen kann.
Swip Health / Ellen Lindner
Übertragener Schmerz durch Zahnschmerzen
Übertragener Schmerz entsteht, wenn Sie den Schmerz an einem anderen Körperteil verspüren als dort, wo er eigentlich herkommt. Dies kann auf die Art und Weise zurückzuführen sein, wie die Nerven in Ihrem Körper miteinander verbunden sind.
Bei Zahnschmerzen wandern die Schmerzsignale über einen großen Nerv, den Trigeminusnerv. Dieser Nerv überträgt Gefühle von Ihren Zähnen, Ihrem Gesicht und Ihrem Kopf zu Ihrem Gehirn. Wenn ein Zahn schmerzt, kann das Gehirn manchmal falsch interpretieren, woher der Schmerz kommt, und stattdessen ein Gefühl von Kopfschmerzen hervorrufen.
Diese gemeinsame Nervenverbindung ist einer der Gründe dafür, dass Zahnschmerzen als Schmerzen in der Stirn, den Schläfen oder hinter den Augen auftreten können. Aus diesem Grund kann die Behandlung eines Zahnproblems manchmal auch zur Linderung von Kopfschmerzen beitragen.
Nervenreizung
Manchmal werden Zahn- oder Gesichtsschmerzen eher durch ein Nervenproblem als durch ein Problem mit den Zähnen selbst verursacht. Ein Beispiel ist die Trigeminusneuralgie, eine Erkrankung, die auftritt, wenn der Trigeminusnerv gereizt, komprimiert oder beschädigt wird.
Dieser Zustand verursacht plötzliche, intensive Schmerzausbrüche, die oft als stechend, schockartig oder elektrisierend beschrieben werden. Der Schmerz betrifft meist nur eine Seite des Gesichts und zeigt sich häufig im Ober- oder Unterkiefer.
Da sich die Schmerzen wie starke Zahnschmerzen anfühlen können, gehen viele Menschen zuerst zum Zahnarzt und lassen möglicherweise sogar unnötige Zahnbehandlungen wie Wurzelbehandlungen oder Extraktionen durchführen, bevor die richtige Diagnose gestellt wird. Wenn die Zahnbehandlung die Schmerzen nicht lindert, ist es wichtig, zur weiteren Abklärung einen Arzt aufzusuchen.
Grundlegende Zahnprobleme
Zahnprobleme wie Karies, Zahnfleischerkrankungen oder rissige Zähne können Zahnschmerzen verursachen und können unbehandelt auch zu Kopfschmerzen führen. Manchmal suchen Menschen Hilfe bei häufigen Kopf- oder Kieferschmerzen, wenn die eigentliche Ursache ein verstecktes Zahnproblem ist.
Karies und Zahnfleischerkrankungen werden häufig durch die Ansammlung von Bakterien verursacht, die durch schlechte Putz- und Zahnseidengewohnheiten entstehen. Wenn sie nicht frühzeitig behandelt werden, können sie zu Infektionen oder Abszessen führen, die dazu führen können, dass sich die Schmerzen auf den Kopf oder Hals ausbreiten.
Eine Zahninfektion kann schwerwiegend und sogar lebensbedrohlich sein, wenn sie sich ausbreitet. Suchen Sie sofort einen Zahnarzt auf, wenn Sie eines der folgenden Anzeichen bemerken:
- Starke Zahnschmerzen
- Schwellung im Kiefer oder Gesicht
- Fieber
- Schmerzen beim Kauen
- Empfindlichkeit gegenüber Hitze oder Kälte
- Mundgeruch oder bitterer Geschmack
- Eine pickelartige Beule am Zahnfleisch
- Geschwollene Lymphknoten im Nacken
Eine Schwellung des Kiefers, insbesondere bei Fieber oder Schwierigkeiten beim Öffnen des Mundes, kann ein Zeichen für eine schwere Infektion sein. Wenden Sie sich sofort an einen Arzt, wenn Sie diese Symptome haben.
Kiefergelenksstörung
Die Kiefergelenke (TMJ) verbinden Ihren Unterkiefer (Mandibula) mit Ihrem Schädel. Diese Gelenke helfen Ihnen zusammen mit den umliegenden Muskeln beim Kauen, Sprechen, Gähnen und Schlucken.
Kiefergelenkserkrankungen treten auf, wenn diese Gelenke oder die umliegenden Muskeln nicht richtig funktionieren. Dies kann folgende Ursachen haben:
- Zähneknirschen (Bruxismus)
- Kieferverletzungen
- Arthritis
- Fehlstellung des Kiefergelenks
Kiefergelenkserkrankungen können sowohl Zahnschmerzen als auch Kopfschmerzen verursachen. Der Schmerz beginnt oft in der Nähe des Ohrs und breitet sich auf den Kiefer, die Schläfe oder den Nacken aus. Kiefergelenksbedingte Kopfschmerzen fühlen sich in der Regel dumpf an und können durch Kieferbewegungen wie Kauen oder weites Öffnen des Mundes schlimmer werden.
Wenn Sie häufig unter Kopfschmerzen, Kieferschmerzen, Klickgeräuschen oder Schwierigkeiten beim Bewegen Ihres Kiefers leiden, ist es eine gute Idee, Ihren Zahnarzt oder Arzt zum Thema Kiefergelenk zu befragen.
Zähneknirschen (Bruxismus)
Bruxismus tritt auf, wenn Sie regelmäßig mit den Zähnen knirschen oder pressen, oft im Schlaf. Dieser ständige Druck kann die Muskeln und Gelenke in Ihrem Kiefer belasten und sowohl Zahnschmerzen als auch Kopfschmerzen verursachen.
Kopfschmerzen aufgrund von Bruxismus werden normalerweise als dumpfes, Spannungsgefühl um den Kopf oder hinter den Augen beschrieben. Mit der Zeit kann das Knirschen auch die Zähne abnutzen und zu Empfindlichkeit oder Kieferproblemen führen.
Zu den häufigsten Anzeichen von Bruxismus gehören:
- Schmerzende Zähne oder Kiefer, besonders morgens
- Klicken oder Knacken im Kiefergelenk
- Schwierigkeiten beim vollständigen Öffnen oder Schließen des Mundes
Wenn Sie diese Symptome bemerken, kann ein Zahnarzt Ihnen helfen, die Ursache zu klären und eine Behandlung zu empfehlen, beispielsweise einen individuellen Nachtwächter oder Techniken zur Stressreduzierung.
Sinus-Infektion
Eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) kann Schmerzen verursachen, die sich anfühlen, als kämen sie von Ihren Zähnen – insbesondere von den oberen Backenzähnen, die direkt unter den Kieferhöhlen hinter Ihren Wangen sitzen.
Nebenhöhlenentzündungen können auch Kopfschmerzen verursachen, die oft als tiefer, schmerzender Druck im Gesicht oder auf der Stirn beschrieben werden. Der Schmerz kann schlimmer sein, wenn Sie sich nach vorne beugen oder hinlegen.
Weitere häufige Symptome sind:
- Laufende Nase
- Verstopfte Nase
- Gesichtsschmerzen oder Druck
- Kopfschmerzen
- Schleim tropft in den Rachen (postnasaler Tropf)
- Halsschmerzen
- Husten
- Mundgeruch
Wenn Sie sowohl Zahnbeschwerden als auch Nebenhöhlenbeschwerden haben, handelt es sich möglicherweise eher um eine Nebenhöhlenentzündung als um ein Zahnproblem. Ein Arzt kann Ihnen helfen, die Ursache herauszufinden und eine Behandlung zu empfehlen.
Thrombose des Sinus cavernosus
Obwohl selten, kann sich eine unbehandelte Zahninfektion manchmal ausbreiten und eine lebensbedrohliche Erkrankung namens Sinus cavernosus-Thrombose verursachen. Dies geschieht, wenn sich in einer Vene hinter dem Auge, dem sogenannten Sinus cavernosus, ein Blutgerinnsel bildet, meist aufgrund einer schweren Infektion im Gesicht oder Mund.
Ein Schlüsselsymptom sind plötzliche, starke Kopfschmerzen, die oft hinter dem Auge oder in der Stirn zu spüren sind. Diese Art von Kopfschmerzen kann begleitet sein von:
- Schlupflider
- Unfähigkeit, das Auge in eine bestimmte Richtung zu bewegen
- Vorwölbung des Auges (Proptose)
- Sehverlust
Eine Sinus-cavernosus-Thrombose ist ein medizinischer Notfall. Suchen Sie bei diesen Symptomen sofort einen Arzt auf. Eine schnelle Behandlung kann Sehvermögen retten – und Leben.
Wann Sie einen Gesundheitsdienstleister aufsuchen sollten
Wenn Sie neue oder anhaltende Zahn- oder Kopfschmerzen haben, ist es wichtig, dass Sie Ihren Zahnarzt oder Gesundheitsdienstleister aufsuchen, um die Ursache herauszufinden. Da Zahn- und Kopfschmerzen miteinander verbunden oder miteinander verwechselt werden können, ist eine ordnungsgemäße Diagnose der erste Schritt zu einer wirksamen Behandlung.
Suchen Sie einen Arzt auf, wenn Sie Folgendes haben:
- Zahn- oder Kopfschmerzen, die länger als ein paar Tage anhalten
- Schmerzen, die schlimmer statt besser werden
- Zahnschmerzen oder Druck beim Zubeißen
- Sinusdruck ohne verstopfte Nase
- Ein schlechter oder saurer Geschmack im Mund
- Geschwollenes oder blutendes Zahnfleisch
- Schwellung im Gesicht
Rufen Sie 911 an oder suchen Sie einen Notarzt auf, wenn Sie Folgendes haben:
- Ein plötzlicher, heftiger Kopfschmerz, wie Sie ihn noch nie erlebt haben
- Kopfschmerzen mit hohem Fieber, steifem Nacken oder Verwirrtheit
- Plötzliche Schmerzen im Nacken oder Unterkiefer
- Brustschmerzen
- Kurzatmigkeit
- Schwierigkeiten beim Atmen oder Schlucken
Diese Symptome könnten auf eine schwere Infektion oder ein neurologisches Problem hinweisen, das sofortige ärztliche Hilfe erfordert.
Wie man mit Zahn- und Kopfschmerzen umgeht
Wenn Sie sowohl mit Zahnschmerzen als auch mit Kopfschmerzen zu kämpfen haben, kann die richtige Diagnose einige Zeit in Anspruch nehmen – und möglicherweise Besuche bei mehr als einem Anbieter. Die Suche nach der Ursache ist der Schlüssel zu einer dauerhaften Linderung.
In manchen Fällen ist die Behandlung einfach. Möglicherweise benötigen Sie Folgendes:
- Ein gefüllter Hohlraum
- Antibiotika gegen eine Nebenhöhlenentzündung
- Ein maßgeschneiderter Nachtschutz, der das Zähneknirschen stoppt
Wenn das Problem komplexer ist, ist möglicherweise ein Facharzt wie ein Neurologe, ein Zahnarzt oder ein HNO-Arzt (Hals-Nasen-Ohren-Arzt) erforderlich. Je früher Sie den richtigen Anbieter aufsuchen, desto eher können Sie sich besser fühlen.
Während Sie auf einen Termin warten, probieren Sie diese Methoden aus, um die Schmerzen zu lindern:
- Versuchen Sie es mit rezeptfreien Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder anderen NSAIDs. Diese sind bei Zahnschmerzen oft wirksamer als verschreibungspflichtige Opioide.
- Legen Sie zur Linderung von Zahnschmerzen eine kalte Kompresse auf die schmerzende Seite Ihres Gesichts oder Kiefers.
- Legen Sie eine kalte Kompresse auf Ihre Stirn oder Ihren Nacken, um Kopfschmerzen, einschließlich Migräne, zu lindern.
Um Ihre Haut zu schützen, wickeln Sie den Eisbeutel immer in ein sauberes Tuch und vermeiden Sie es, ihn länger als 15 bis 20 Minuten am Stück aufzutragen.
Wenn die Schmerzen immer wieder auftreten oder schlimmer werden, wenden Sie sich an einen Arzt.

Willkommen auf meiner Seite!Ich bin Dr. J. K. Hartmann, Facharzt für Schmerztherapie und ganzheitliche Gesundheit. Mit langjähriger Erfahrung in der Begleitung von Menschen mit chronischen Schmerzen, Verletzungen und gesundheitlichen Herausforderungen ist es mein Ziel, fundiertes medizinisches Wissen mit natürlichen Methoden zu verbinden.
Inspiriert von den Prinzipien von HealthOkay teile ich regelmäßig hilfreiche Informationen, alltagsnahe Tipps und evidenzbasierte Ansätze zur Verbesserung Ihrer Lebensqualität.
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