Ocrevus: Wofür es ist und welche Nebenwirkungen es hat

Ocrevus ist ein monoklonaler Antikörper zur Behandlung von Multipler Sklerose in ihren wiederkehrenden und fortschreitenden Formen. Er verringert die Aktivität einiger Abwehrzellen und trägt so zum Schutz des Zentralnervensystems bei.

Dieses Medikament enthält Ocrelizumab als Wirkstoff und ist in 10-ml-Flaschen mit 300 mg in Form einer Lösung zur Verdünnung in Kochsalzlösung vor der Infusion erhältlich, die langsam und direkt in die Vene appliziert werden muss.

Ocrevus sollte im Krankenhaus- oder Klinikumfeld immer unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden, um mögliche Reaktionen während der Infusion, wie z. B. Fieber, Hitze, Schmerzen oder Unwohlsein, zu überwachen.

Wozu dient es?

Ocrevus kann angezeigt sein für:

  • Multiple Sklerose in rezidivierender Form;
  • Primär fortschreitende Multiple Sklerose.

Ocrevus ist bei Personen über 18 Jahren indiziert, wenn Multiple-Sklerose-Ausbrüche wiederholt auftreten oder wenn die Krankheit ohne Phasen einer Besserung kontinuierlich fortschreitet.

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Ocrelizumab wirkt auf Lymphozyten, Zellen des Immunsystems, die zu Multiple-Sklerose-Läsionen beitragen, und hilft so, Entzündungen und Angriffe auf die Myelinscheide im Gehirn und Rückenmark zu reduzieren.

Um besser zu verstehen, wie Ocrevus wirkt, sprechen Sie mit einem Rede D’Or-Experten, der auf die Verwendung von Immunbiologika spezialisiert ist. 

Wie zu verwenden

Ocrevus ist ein Medikament, das durch intravenöse Infusion verabreicht wird, das heißt, es wird von einer Krankenschwester in einem Krankenhaus oder einer Klinikumgebung und immer unter ärztlicher Aufsicht direkt in die Vene verabreicht. 

Vor der Infusion sollte Ocrelizumab in 0,9 %iger Kochsalzlösung verdünnt und langsam angewendet werden, in der Regel über 120 bis 180 Minuten, abhängig vom Rat des Arztes und der Verträglichkeit der Person gegenüber der Infusion.

Nach der Zubereitung muss die Lösung sofort verwendet oder, falls erforderlich, bis zu 24 Stunden im Kühlschrank oder 8 Stunden bei Raumtemperatur gelagert und alle Reste entsorgt werden.

Um die Wahrscheinlichkeit und Intensität von Reaktionen während der Infusion zu verringern, kann der Arzt eine Prämedikation mit Kortikosteroiden, Antihistaminika oder Antipyretika verschreiben, die etwa 30 bis 60 Minuten vorher angewendet werden.

Die Überwachung sollte etwa eine Stunde lang in der Klinik oder im Krankenhaus fortgesetzt werden und anschließend sollte die Person in den nächsten 24 Stunden Anzeichen von Reaktionen beobachten.

Dosierung von Ocrevus

Die Dosierung von Ocrevus folgt einem Anfangsdosisplan und Erhaltungsdosen, die sein können:

Phase

Dosis

Anfangsdosis

600 mg, aufgeteilt in zwei 300-mg-Infusionen. 

Die zweite Infusion erfolgt 2 Wochen nach der ersten.

Erhaltungsdosen

600 mg in einer einzigen Infusion, alle 6 Monate verabreicht.

Wenn eine Infusion verschoben oder versäumt wird, sollte sie so schnell wie möglich erfolgen, wobei ein Mindestabstand von fünf Monaten zwischen jeder weiteren Dosis einzuhalten ist.

Bei Nieren- oder Leberinsuffizienz ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Nichtgebrauchspflege

Vor und während der Anwendung von Ocrevus sind einige Vorsichtsmaßnahmen wichtig, um die Sicherheit und Wirksamkeit der Behandlung zu gewährleisten, wie zum Beispiel:

  • Führen Sie eine Hepatitis-B-Serologie durch, vor Beginn der Behandlung, um eine Reaktivierung des Virus zu verhindern;
  • Vermeiden Sie Impfungen mit LebendvirenWenden Sie sie bei Bedarf mindestens sechs Wochen vor Beginn der Behandlung an.
  • Achten Sie auf Anzeichen einer Infektion, einschließlich Herpes, und informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie andere Medikamente einnehmen, die das Immunsystem beeinträchtigen;
  • Überwachen Sie die Leberfunktionund führen Sie gemäß ärztlichem Rat regelmäßig Labortests durch.

Darüber hinaus müssen Frauen im gebärfähigen Alter während der Behandlung und sechs Monate nach der letzten Infusion Verhütungsmittel anwenden.

Mögliche Nebenwirkungen

Zu den häufigsten Nebenwirkungen bei der Anwendung von Ocrevus zählen Infektionen der oberen Atemwege wie Erkältungen und Nebenhöhlenentzündungen sowie Reaktionen während der Infusion wie Fieber, Hitze, Schmerzen und Unwohlsein.

Einige weniger häufige Nebenwirkungen sind Gliederschmerzen, Müdigkeit, Virusinfektionen wie Herpes, Rückenschmerzen und leichte Magen- oder Darmsymptome wie Übelkeit oder Durchfall.

Zu den schwerwiegenden Auswirkungen zählen die Reaktivierung des Hepatitis-B-Virus, Veränderungen der Leberfunktion und Komplikationen im Zusammenhang mit dem Immunsystem, wie z. B. Lymphopenie.

Bei Anzeichen wie hohem Fieber, Blutungen, starken Bauchschmerzen, Gelbsucht oder schweren allergischen Reaktionen wie Anaphylaxie, also Atembeschwerden, ist es wichtig, sofort einen Arzt aufzusuchen. Verstehen Sie die Symptome einer Anaphylaxie.

Wer sollte es nicht verwenden?

Ocrevus sollte nicht von Personen angewendet werden, bei denen eine Allergie gegen Ocrelizumab oder einen der Bestandteile des Arzneimittels bekannt ist. 

Es ist auch kontraindiziert bei aktiver Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus oder bei Personen mit bestätigter progressiver multifokaler Leukoenzephalopathie, einer seltenen Infektion des Gehirns, die durch das JC-Virus verursacht wird.

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Dieses Medikament wird schwangeren Frauen nicht empfohlen, es sei denn, der Arzt ist der Ansicht, dass der Nutzen für die Mutter die Risiken für das Baby überwiegt, und es ist nicht für Kinder, Jugendliche oder Personen über 65 Jahre geeignet.