Wichtige Erkenntnisse
- Eine Mittellinienverschiebung des Gehirns ist ein medizinischer Notfall, der dadurch verursacht wird, dass Druck das Gehirn aus der Mitte drückt.
- Zur Diagnose einer Mittellinienverschiebung wird üblicherweise ein CT-Scan verwendet, eine Sonographie am Krankenbett kann jedoch eine Alternative sein.
- Oft ist eine Operation erforderlich, um den durch eine Mittellinienverschiebung verursachten Druck zu lindern.
Das Gehirn ist von Natur aus im Gleichgewicht zwischen der linken und der rechten Hemisphäre. Bei einem Computertomographie-Scan (CT), der von der Oberseite des Kopfes auf das Gehirn blickt, gibt es eine Rille, die zwischen beiden Seiten des Gehirns verläuft und sich in der Mittellinie des Körpers befindet. Das Rückenmark entspringt an der Mittelbasis des Gehirns und setzt sich in der Mitte des Rückens fort.
Eine Mittellinienverschiebung tritt auf, wenn etwas diese natürliche Mittellinie des Gehirns nach rechts oder links verschiebt. Es ist ein besorgniserregendes Zeichen nach einem Kopftrauma.
Inhaltsverzeichnis
Mittellinienverschiebung und intrakranieller Druck
Das Gehirn hält jederzeit ein natürliches Druckniveau aufrecht. Der normale Druck im Schädel beträgt 7–15 mm/Hg.Dieser Grunddruck wird durch den Flüssigkeits-, Gewebe- und Blutfluss im knöchernen Schädel erzeugt.
Ein Kopftrauma kann den intrakraniellen Druck (ICP) sofort und deutlich erhöhen. Bei einem kräftigen Schlag auf den Kopf platzen Blutgefäße und es kommt zu Blutungen im und um das Gehirn. Da das Herz weiterhin frisches Blut in das Gehirn pumpt, beginnt sich das überschüssige Blut, das aus den gebrochenen Blutgefäßen austritt, anzusammeln. Dadurch erhöht sich der allgemeine Hirndruck und die zunehmende Blutansammlung, ein sogenanntes Hämatom, beginnt, gegen das Hirngewebe zu drücken.
Weitere Ursachen für einen erhöhten ICP nach einem Kopftrauma sind eine Schwellung des Gehirns um die Verletzungsstelle herum, ein Zustand namens Hydrozephalus, bei dem es sich um eine Ansammlung von Flüssigkeit in den Ventrikeln des Gehirns handelt, und eine Infektion.
Eine Mittellinienverschiebung tritt auf, wenn der Druck, der durch die Ansammlung von Blut und Schwellungen um das geschädigte Gehirngewebe herum ausgeübt wird, stark genug ist, um das gesamte Gehirn aus der Mitte zu drücken. Dies gilt als medizinischer Notfall und ist ein unheilvolles Zeichen.
Diagnose
Der häufigste Test zur Feststellung einer Mittellinienverschiebung ist der CT-Scan. In manchen Fällen ist eine CT-Untersuchung jedoch nicht möglich, weil der Patient instabil ist oder weil häufige Messungen erforderlich sind, um das Fortschreiten einer Blutung zu verfolgen. In diesen Situationen kann auch die bettseitige Sonographie zur Diagnose und Verfolgung der Entwicklung einer Mittellinienverschiebung eingesetzt werden.
Bei der Feststellung einer Mittellinienverschiebung werden drei wichtige Strukturen beurteilt: das Septum pellucidum, der dritte Ventrikel und die Zirbeldrüse.
- Das transparente Septum: eine dünne Membran, die direkt durch die Mitte des Gehirns verläuft
- Der dritte Ventrikel: ein mit Liquor gefüllter Raum, der tief im Zentrum des Gehirns liegt
- Die Zirbeldrüse: eine kleine Drüse, die direkt hinter dem dritten Ventrikel liegt
Die Lage dieser drei Gehirnstrukturen dient als Referenzpunkte bei einer radiologischen Untersuchung. Wenn einer von ihnen nicht richtig ausgerichtet ist, deutet dies darauf hin, dass Druck auf einer Seite des Gehirns das Gehirn aus seiner Position drückt.
Behandlung
Die wichtigste Behandlung bei einer Mittellinienverschiebung besteht darin, den Druck zu lindern, der das Gehirn aus der Mitte drückt. Wenn eine Blutansammlung die Ursache ist, beispielsweise ein Subduralhämatom, ist eine Operation erforderlich, um das Blutgerinnsel zu entfernen und die Blutung zu stoppen.
Antibiotika werden zur Behandlung von Infektionen eingesetzt und Steroide können zur Linderung von Entzündungen und Schwellungen eingesetzt werden.
Prognose
Eine Reihe von Studien hat die Auswirkungen einer Mittellinienverschiebung auf langfristige Ergebnisse untersucht. Da eine Mittellinienverschiebung aufgrund von Blutungen und Druck auftritt, sind die Stärke der Blutung, der Ort der Schädigung und die Gesamtdruckhöhe, die das Gehirn erfährt, wichtige Faktoren.
Wenn sich das Gehirn bewegt, führt dies zu einem Trauma an anderen Strukturen, da diese aus ihrer natürlichen Position gezogen und gedrückt werden. Je größer die Mittellinienverschiebung ist, desto schwerwiegender sind die Komplikationen und desto größer ist das Sterberisiko.

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