11 Ursachen für flache Affekte und wie sie behandelt werden

Wichtige Erkenntnisse

  • Von flachem Affekt spricht man, wenn jemand aufgrund verschiedener Umstände seine Gefühle nicht richtig zeigen kann.
  • Flacher Affekt ist ein Symptom, kein Zustand, und seine Behandlung variiert je nach Ursache.
  • Menschen mit Erkrankungen wie Schizophrenie und Hirnverletzungen können einen flachen Affekt zeigen.

Flacher Affekt, manchmal auch als abgestumpfte oder verminderte Affektdarstellung bezeichnet, ist kein Zustand, sondern eher ein Symptom, bei dem es deutlich an einem angemessenen Ausdruck von Emotionen mangelt. Ein flacher Affekt kann ein Zeichen für eine psychische Erkrankung, eine Gehirnstörung oder sogar eine Medikamentennebenwirkung sein, wobei die Behandlung je nach Ursache unterschiedlich ist.


Wie sieht ein flacher Affekt aus?

Flacher Affekt ist das „Abflachen“ oder „Abstumpfen“ eines angemessenen Ausdrucks von Emotionen. Flache Affekte können sich auf die täglichen Interaktionen, das soziale Funktionieren und die zwischenmenschlichen Beziehungen auswirken.

Zu den Symptomen eines flachen Affekts können gehören:

  • Minimale verbale Antworten
  • Mangel an Augenkontakt
  • Monotone oder flache Stimme
  • Reduzierte emotionale Reaktion, z. B. keine erkennbaren Veränderungen im Gesichtsausdruck
  • Wirkt apathisch mit einem offensichtlichen Mangel an Empathie oder Interesse an Beziehungen

Arten von Affekten

Die Begriffe „flacher Affekt“ und „abgestumpfter Affekt“ werden manchmal synonym verwendet, sind aber nicht genau gleich. Jemand mit flachem Affekt wird keine emotionale Reaktion zeigen, während jemand mit abgestumpftem Affekt etwas von dem zeigt, was er fühlt.

Weitere Variationen sind:

  • Eingeschränkter Affekt:Dabei handelt es sich um einen weniger ausgeprägten flachen oder abgestumpften Affekt, bei dem die emotionale Reaktion einer Person vorhanden, aber gedämpft ist.
  • Labiler Affekt:Damit ist eine übertriebene und unvorhersehbare Veränderung in der Art und Weise gemeint, wie eine Person Emotionen ausdrückt, die typischerweise in keinem Verhältnis zur Umgebung oder Situation steht.
  • Unangemessener Affekt:Dies ähnelt einem labilen Affekt, beinhaltet jedoch eine Reaktion, die im Widerspruch zur Umgebung oder Situation steht oder nicht dazu passt (z. B. Lachen bei einer Beerdigung).

Was sind die möglichen Ursachen?

Flacher Affekt ist keine Störung, sondern eher ein Symptom einer umfassenderen Diagnose. Die möglichen Ursachen können grob in psychiatrische (Verhaltensweisen und Emotionen), neurologische (Gehirn und Nervensystem) oder pharmazeutische (Nebenwirkungen von Medikamenten) eingeteilt werden.

Unter den folgenden Bedingungen können Sie einen flachen Affekt zeigen:

  • Schizophrenie:Hierbei handelt es sich um eine schwerwiegende psychiatrische Erkrankung, die durch Halluzinationen, Wahnvorstellungen, Psychosen und desorganisiertes Denken gekennzeichnet ist und sich darauf auswirkt, wie Menschen denken, fühlen und sich verhalten.
  • Major Depression (MDD):Diese möglicherweise schwächende Stimmungsstörung verursacht ein anhaltendes Gefühl der Traurigkeit und des Interessenverlusts, das in schweren Fällen zu einer Psychose führen kann.
  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS):Dieser Geisteszustand kann sich nach einem traumatischen Ereignis entwickeln und zu Flashbacks, Angstzuständen, negativen Gedanken und Hypervigilanz führen.
  • Depersonalisations-Derealisationsstörung (DPDR):Dies ist ein Zustand, in dem Sie das Gefühl haben, sich selbst von außerhalb Ihres Körpers zu sehen oder zu spüren, dass die Dinge um Sie herum unwirklich sind.
  • Schizoide Persönlichkeitsstörung (SPD):Dies ist ein Zustand, in dem eine Person wenig oder gar kein Interesse und keine Fähigkeit zeigt, Beziehungen zu anderen aufzubauen.
  • Autismus-Spektrum-Störung (ASD):Hierbei handelt es sich um eine neurologische Entwicklungsstörung, die mit anhaltenden Schwierigkeiten bei der sozialen Kommunikation, eingeschränkten Interessen und sich wiederholendem Verhalten einhergeht.
  • Schädel-Hirn-Trauma (TBI):Damit ist eine Hirnschädigung gemeint, die durch einen heftigen Schlag auf den Kopf verursacht wird. Eine Schädigung des Frontallappens, wo der emotionale Ausdruck beginnt, kann zu unterschiedlichen Affekten führen.
  • Parkinson-Krankheit (PD):Hierbei handelt es sich um eine neurodegenerative Erkrankung, bei der eine Schädigung der Nervenzellen zu einer fortschreitenden Beeinträchtigung der Bewegung, des Gesichtsausdrucks und der Sprache führt.
  • Multiple Sklerose (MS):Diese Autoimmunerkrankung führt zu einer fortschreitenden Zerstörung der Schutzschicht der Nerven, was möglicherweise das Sehvermögen, die Koordination, die Sprache und die Wahrnehmung beeinträchtigt.
  • Demenz:Diese Gruppe von Symptomen im Zusammenhang mit der Alzheimer-Krankheit und anderen Erkrankungen ist durch eine Beeinträchtigung des Gedächtnisses, des Urteilsvermögens, der Sprache und der kognitiven Funktionen gekennzeichnet.
  • Antidepressiva:Bei manchen Menschen können selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs) wie Lexapro (Escitalopram), Prozac (Fluoxetin) und Zoloft (Sertralin) zu einer emotionalen Abstumpfung führen.Einige Antipsychotika können dasselbe bewirken.

Welche Tests werden bei der Diagnose verwendet?

Der flache Affekt wird auf der Grundlage der Beobachtung durch einen Gesundheitsdienstleister, einschließlich eines Psychiaters oder Psychologen, diagnostiziert. Dies kann eine systematische Bewertung beinhalten, die als „Mental Status Examen“ (MSE) bezeichnet wird und von der Gedächtnisstütze „ASEPTIC“ geleitet wird:

  • A – Aussehen und Verhalten
  • S – Rede
  • E – Emotion, einschließlich Affekt und Stimmung
  • P – Wahrnehmung, einschließlich des Vorhandenseins von Halluzinationen oder Wahnvorstellungen
  • T – Gedanken, einschließlich Selbstmord- oder Gewaltgedanken
  • ICH – Einsicht und Urteilsvermögen
  • C – Erkenntnis

Anhand der Untersuchung der beobachtbaren Symptome erhält ein Gesundheitsdienstleister oft Hinweise darauf, ob die Ursache psychologischer, neurologischer oder medikamentöser Natur ist.

Behandlungsoptionen und Ansatz

Die Behandlung eines flachen Affekts variiert je nach Ursache. Das primäre Ziel besteht darin, die zugrunde liegende Erkrankung zu bewältigen oder zu lösen.

In einigen Fällen kann dies relativ einfach sein (z. B. der Wechsel von Antidepressiva), während in anderen Fällen möglicherweise eine fortlaufende oder lebenslange Pflege erforderlich ist (z. B. bei Schizophrenie oder fortgeschrittener Demenz).  

Die Behandlungsmöglichkeiten lassen sich in drei große Kategorien einteilen:

  • Psychotherapie:Psychiatrische Ursachen eines flachen Affekts werden typischerweise mit verschiedenen Formen der Psychotherapie (Gesprächstherapie) behandelt. Dazu gehören kognitive Verhaltenstherapie (CBT) bei Schizophrenie, MDD, DPDR, SPD und Langzeitexpositionstherapie (PE) bei PTBS.
  • Medikamente:Dabei kann es sich um eine breite Palette von Antidepressiva und Antipsychotika gegen psychiatrische Erkrankungen, Levodopa gegen Parkinson, Immunsuppressiva gegen MS oder Medikamente wie Aricept (Donepezil) gegen Demenz handeln.
  • Rehabilitation:Flache Affekte im Zusammenhang mit Schädel-Hirn-Trauma und neurodegenerativen Erkrankungen erfordern möglicherweise eine umfangreiche Rehabilitation, um grundlegende Fähigkeiten wie Gehen oder Sprechen wieder zu erlernen. Dies geschieht in Verbindung mit Gesprächstherapie und anderen Interventionen, um emotionale Signale und Reaktionen nachzuerlernen.