Der Operation Twist der Fed

Operation Twist ist die Bezeichnung für eine Art geldpolitische Operation der Federal Reserve Bank. Dabei werden Staatsanleihen gekauft und verkauft, um der Wirtschaft eine Lockerung der Geldpolitik zu ermöglichen, obwohl sie nicht ganz so aggressiv ist wie eine andere Art von Geldpolitik, die als quantitative Lockerung bezeichnet wird.

Der eigentliche Spitzname stammt von einer visuellen Darstellung der erwarteten Auswirkungen der Operation Twist auf die Anleiherenditen. Wenn Sie ein Diagramm der Renditekurven langfristiger und kurzfristiger Anleihen betrachten würden, würden Sie feststellen, dass mit dem Aufwärtstrend der kurzfristigen Renditekurve gleichzeitig die langfristigen Zinssätze sinken, was zu einer Drehung der Trendlinien des Diagramms führt.

Einige Hintergrundinformationen

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) führte Ende 2011 und 2012 das Operation Twist-Programm ein, um zur Ankurbelung der Wirtschaft beizutragen. Die Operation erhielt ihren Spitznamen aufgrund der Initiative der Fed, längerfristige Staatsanleihen zu kaufen und gleichzeitig einige der bereits gehaltenen kurzfristigen Emissionen zu verkaufen, um die Wirtschaft durch eine Senkung der langfristigen Zinssätze anzukurbeln.

Der Begriff „Operation Twist“ wurde erstmals 1961 verwendet – in Anspielung auf das Chubby-Checker-Lied und den dadurch ausgelösten Tanzwahn –, als die Fed eine ähnliche Politik verfolgte.

Die neuere Operation Twist wurde in zwei Teilen eingeleitet. Die erste lief von September 2011 bis Juni 2012 und beinhaltete die Umschichtung von Fed-Vermögenswerten in Höhe von 400 Milliarden US-Dollar. Die zweite lief von Juli 2012 bis Dezember 2012 und umfasste insgesamt 267 Milliarden US-Dollar. Als Reaktion auf das anhaltend schleppende Wachstum der US-Wirtschaft kündigte die Fed die zweite Phase dieser neueren Operation Twist an.

Im Dezember 2012 gab die Fed bekannt, dass sie das Programm beenden und durch eine stärkere Version ihrer bestehenden Politik der „quantitativen Lockerung“ ersetzen werde, die darauf abzielt, die langfristigen Zinssätze durch Käufe länger laufender US-Staatsanleihen und hypothekenbesicherter Wertpapiere auf dem offenen Markt zu senken.

Warum Twist?

Die Idee dahinter ist, dass die Fed durch den Kauf längerfristiger Anleihen dazu beitragen kann, die Preise zu erhöhen und die Renditen zu senken (da sich Preise und Renditen in entgegengesetzte Richtungen bewegen). Gleichzeitig dürfte der Verkauf von Anleihen mit kürzerer Laufzeit dazu führen, dass deren Renditen steigen (da ihre Preise fallen würden). In Kombination „verdrehen“ diese beiden Aktionen die Form der Zinsstrukturkurve.

Warum will die Fed niedrigere langfristige Zinssätze?

Niedrigere längerfristige Renditen helfen, die Wirtschaft anzukurbeln, indem sie Kredite für diejenigen, die Häuser kaufen, Autos kaufen und Projekte finanzieren möchten, günstiger machen, während Sparen weniger wünschenswert wird, weil es nicht so viel Zinsen bringt.

Welche Ereignisse gingen der Operation Twist voraus?

Operation Twist war die dritte einer Reihe wichtiger politischer Reaktionen der Fed als Reaktion auf die Finanzkrise von 2008. Die erste war die Senkung der kurzfristigen Zinssätze auf einen effektiven Satz von Null. Dadurch war die Zentralbank nicht in der Lage, weitere Zinssenkungen zur Ankurbelung des Wachstums zu nutzen, weshalb ihr nächster Schritt die quantitative Lockerung war.

Anschließend führte die Fed zwei Runden quantitativer Lockerung durch, die Marktbeobachter „QE“ und „QE2“ nannten. Kurz nach dem Ende von QE2 im Sommer 2011 begann die Wirtschaft Anzeichen einer erneuten Schwäche zu zeigen. Anstatt sich sofort für QE3 zu entscheiden, reagierte die Fed mit der Ankündigung der Operation Twist. Später startete die Fed QE3 und kündigte an, dass sie in Kraft bleiben werde, bis die Arbeitslosigkeit auf 6,5 Prozent gesunken sei oder die Inflation auf 2,5 Prozent gestiegen sei. Obwohl die Inflation niedrig blieb und das Arbeitslosenziel erreicht wurde, beendete die Fed im Oktober 2014 ihre Politik der quantitativen Lockerung.

Wie war die Reaktion auf Operation Twist?

Vor der eigentlichen Ankündigung des Programms sanken die Renditen längerfristiger Anleihen tatsächlich aufgrund der Erwartung, dass die Politik umgesetzt würde. In diesem Sinne hat es sein Ziel kurzfristig erreicht. Längerfristig ist die Entscheidung jedoch noch nicht geklärt: Eine Studie der Operation Twist aus dem Jahr 1961 zeigte, dass sie die Zinsen für Staatsanleihen nur um 0,15 Prozentpunkte senkte, ohne dass dies Auswirkungen auf die Hypothekenzinsen oder die Kreditkosten der Unternehmen hatte.

In der Finanzwelt wurde Operation Twist allgemein als zu schwach angesehen, um die Wirtschaft anzukurbeln oder die Arbeitslosenquote zu senken.

Der Nachrichtendienst Bloomberg berichtete über Ergebnisse einer Umfrage unter 42 Ökonomen, von denen 61 Prozent sagten, das Programm werde keine Auswirkungen haben und 15 Prozent dachten, es würde tatsächlich eine wirtschaftliche Erholung behindern. 

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