Was ist eine Renditespanne?

Definition

Renditespanneist eine der wichtigsten Kennzahlen, anhand derer Anleiheinvestoren abschätzen können, wie teuer oder günstig eine bestimmte Anleihe – oder eine Gruppe von Anleihen – sein könnte. Im einfachsten Sinne ist der Rendite-Spread die Renditedifferenz zwischen zwei Anleihen.

Wichtige Erkenntnisse

  • Im einfachsten Sinne ist der Rendite-Spread die Renditedifferenz zwischen zwei Anleihen.
  • Anhand der Renditespanne kann ein Anleger erkennen, wie günstig oder teuer eine Anleihe ist. Um die Renditespanne zu berechnen, subtrahieren Sie die Rendite einer Anleihe von der Rendite der anderen Anleihe.
  • Spreads werden typischerweise in „Basispunkten“ ausgedrückt, von denen jeder ein Hundertstel Prozentpunkt beträgt.
  • Generell gilt: Je risikoreicher eine Anleihe oder Anlageklasse ist, desto höher ist ihre Renditespanne.

Definition und Beispiele der Renditespanne

Anhand der Renditespanne kann ein Anleger erkennen, wie günstig oder teuer eine Anleihe ist. Um die Renditespanne zu berechnen, subtrahieren Sie die Rendite einer Anleihe von der Rendite der anderen Anleihe.

Wenn eine Anleihe eine Rendite von 5 % und eine andere 4 % bringt, beträgt der „Spread“ einen Prozentpunkt. Spreads werden typischerweise in „Basispunkten“ ausgedrückt, von denen jeder ein Hundertstel Prozentpunkt beträgt. Daher wird ein Spread von einem Prozentpunkt typischerweise als 100 Basispunkte bezeichnet.

Notiz

Nicht-Staatsanleihen werden im Allgemeinen anhand der Differenz zwischen ihrer Rendite und der Rendite einer US-Staatsanleihe mit vergleichbarer Laufzeit bewertet.

So funktioniert die Renditeverteilung

Natürlich sind die Renditespannen nicht festgelegt. Da die Anleiherenditen ständig in Bewegung sind, ändern sich auch die Spreads. Die Richtung der Renditespanne kann zunehmen oder sich „ausweiten“, was bedeutet, dass die Renditedifferenz zwischen zwei Anleihen oder Sektoren zunimmt. Wenn sich die Spreads verengen, bedeutet dies, dass die Renditedifferenz abnimmt.

Wenn man bedenkt, dass die Anleiherenditen steigen, wenn ihre Preise fallen, und umgekehrt, deutet ein steigender Spread darauf hin, dass ein Sektor besser abschneidet als ein anderer.

Angenommen, die Rendite eines Hochzinsanleihenindex steigt von 8 % auf 8,5 %, während die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe sogar bei 2 % bleibt. Der Spread bewegt sich von 6 Prozentpunkten (600 Basispunkte) auf 6,5 Prozentpunkte (650 Basispunkte), was darauf hindeutet, dass Hochzinsanleihen in diesem Zeitraum schlechter abschnitten als Staatsanleihen.

Was es für Privatanleger bedeutet

Generell gilt: Je risikoreicher eine Anleihe oder Anlageklasse ist, desto höher ist ihre Renditespanne. Dafür gibt es einen einfachen Grund: Anleger müssen für kniffligere Geschäfte entschädigt werden.

Wenn eine Investition als risikoarm angesehen wird, benötigen die Marktteilnehmer keinen großen Anreiz oder Ertrag, um ihr Geld dafür auszugeben. Wenn eine Investition jedoch als risikoreicher angesehen wird, verlangen die Menschen natürlich eine angemessene Entschädigung – eine höhere Renditespanne –, um das Risiko einzugehen, dass ihr Kapital sinken könnte.

Beispiel: Eine von einem großen, stabilen und finanziell gesunden Unternehmen ausgegebene Anleihe wird in der Regel mit einem relativ geringen Spread im Vergleich zu US-Staatsanleihen gehandelt. Umgekehrt wird eine Anleihe eines kleineren Unternehmens mit schwächeren Finanzdaten mit einem höheren Spread im Vergleich zu Staatsanleihen gehandelt.

Dies erklärt den Renditevorteil von Non-Investment-Grade-Anleihen (Hochzinsanleihen) gegenüber höher bewerteten Investment-Grade-Anleihen. Es erklärt auch die Kluft zwischen Schwellenländern mit höherem Risiko und den normalerweise risikoärmeren Anleihen entwickelter Märkte.

Der Spread wird auch verwendet, um den Renditevorteil ähnlicher Wertpapiere mit unterschiedlichen Laufzeiten zu berechnen. Am häufigsten wird der Spread zwischen zwei- und zehnjährigen Staatsanleihen verwendet, der zeigt, wie viel zusätzliche Rendite ein Anleger erzielen kann, wenn er das zusätzliche Risiko eingeht, in längerfristige Anleihen zu investieren.

Renditespanne: das Fazit

Auf den Finanzmärkten gibt es kein kostenloses Mittagessen – eine superstarke, aber risikolose Rendite. Wenn eine Anleihe oder ein Rentenfonds eine außergewöhnlich hohe Rendite zahlt, gibt es dafür einen Grund. Wer diese Investition tätigt, geht auch ein höheres Risiko ein.

Anleger sollten sich daher darüber im Klaren sein, dass sie durch die bloße Auswahl festverzinslicher Anlagen mit der höchsten Rendite ihr Kapital möglicherweise stärker gefährden, als sie erwartet hatten.