Was wäre, wenn der Mindestlohn mit den Wall-Street-Boni mithalten würde?

Hier ist ein Gedankenexperiment: Was wäre, wenn die steigenden wirtschaftlichen Wellen wirklich alle Boote heben würden und das Vermögen der am schlechtesten bezahlten Arbeiter proportional zu dem der Wall Streeter steigen würde? Wenn das seit 1985 jedes Jahr passiert wäre, läge der bundesweite Mindestlohn jetzt bei 44,12 Dollar pro Stunde, so eine neue Analyse des Institute for Policy Studies, einer progressiven Denkfabrik.

Die folgende Grafik zeigt die völlig unterschiedlichen Entwicklungen des Jahreslohns von Menschen, die für den Mindestlohn arbeiten, im Vergleich zum durchschnittlichen Wall-Street-Bonus. Der Mindestlohn, der seit 2009 7,25 US-Dollar pro Stunde betrug, lag 1985 bei 3,35 US-Dollar. Anders verhält es sich mit den Arbeitnehmern in der New Yorker Wertpapierbranche, wo die Prämien von durchschnittlich 13.970 US-Dollar im Jahr 1985 auf 184.000 US-Dollar im Jahr 2020 gestiegen sind, sagte das Institut unter Berufung auf Daten des New York State Comptroller. 

Für linksgerichtete Politiker wie Senator Bernie Sanders aus Vermont sind Statistiken wie diese ein Argument für eine Anhebung des Mindestlohns. Bemühungen, den Stundenlohn auf 15 US-Dollar zu erhöhen, scheiterten, nachdem er aus der endgültigen Fassung des amerikanischen Rettungsplans gestrichen wurde. Die progressiven Demokraten im Senat verfügten nicht über genügend Zahlen, um die konservativen Gegner zu übertrumpfen, die oft argumentieren, dass eine Anhebung des Mindestlohns tatsächlich denjenigen schaden würde, denen sie helfen will, weil die Arbeitgeber darauf mit dem Abbau von Arbeitsplätzen reagieren würden.