Wie Telemedizin das Spiel für Gesundheitsdienstleister überall verändert

Telemedizin bietet neue und innovative Möglichkeiten zur Pflege. Obwohl es die Technologie schon seit Jahren gibt, diente die Pandemie als Katalysator für Patienten und Anbieter, zunehmend Telemedizin-Tools und -Funktionen zu nutzen. Die American Hospital Association berichtete, dass die weltweiten Telemedizin-Investitionen allein im Jahr 2021 5 Milliarden US-Dollar erreichten. Dies signalisiert einen Grad der Marktreife, da die Anbieter weiterhin auf die Bedürfnisse der Patienten in den Bereichen virtuelle Pflege, Überwachung und Medikamentenmanagement reagieren.

Die Vorteile der Telemedizin für Patienten zeigen sich deutlich in einem verbesserten Zugang, weniger Überweisungen zu Spezialisten außerhalb des Netzwerks und geringeren Gesundheitskosten. Aber auch für Gesundheitsdienstleister gibt es überzeugende Vorteile. In den folgenden Punkten wird erläutert, wie das Wachstum, die Erkenntnisse und die technologischen Fortschritte in der Telegesundheitsbranche Anbietern dabei helfen können, den Einsatz von Telegesundheit als tragfähiges Versorgungsmodell zu etablieren und so die Gesamtergebnisse für die Patienten zu verbessern.

Aufrechterhaltung der Patientensicherheit inmitten von COVID-19

Telemedizin geht über die HIPAA-Konformität hinaus, wenn es darum geht, die Patientensicherheit in seine Protokolle zu integrieren. Wie bereits zuvor besprochenArtikel über „Gewährleistung der Patientensicherheit während COVID-19“Um den direkten Körperkontakt und das Risiko einer Virusübertragung zwischen Patienten und Personal zu minimieren, war es notwendig, die Dienste so weit wie möglich aus der Ferne aufrechtzuerhalten. Das Bereitstellungsmodell von Telehealth entspricht direkt diesem Bedarf. Sie kann eine persönliche Betreuung ersetzen, insbesondere wenn der Besuch nicht aufschiebbar ist, beispielsweise bei der laufenden Behandlung chronischer Erkrankungen. Patienten können eine Ansteckung mit dem Virus während des Transports oder während ihrer persönlichen Termine vermeiden, da sie stattdessen Termine vereinbaren, sich beraten lassen und sich über Telefon, Tablet oder Computer behandeln lassen können.

Verbesserung der Patienteneinbindung

Da Telemedizin die Reisezeit und die Kosten von Ende zu Ende reduziert, können Anbieter mehr Patienten aufnehmen und ihre Zeit für Konsultationen, Kontrolluntersuchungen und Beurteilungen verlängern. Die Zeit, die bisher mit dem Pendeln und Warten zwischen den Terminen verbracht wurde, kann stattdessen für die eigentliche Leistungserbringung genutzt werden. Eine optimierte Patientenregistrierung und Terminübersichten als Funktionen einer Telegesundheitsplattform tragen ebenfalls zu dieser Effizienz bei. Schließlich verringert die Einfachheit und Bequemlichkeit virtueller Besuche die Wahrscheinlichkeit verspäteter und verpasster Termine, sodass Anbieter Zeit sparen und die Kontinuität der Pflege aufrechterhalten können.

Steigende Berufsaussichten

Der beschleunigte Einsatz von Telemedizin während der Pandemie hat die Beschäftigungspraktiken im Gesundheitssektor verändert. Allein im Jahr 2020 stieg die Nachfrage nach Fachkräften mit Telegesundheitskompetenzen auf etwa 14 % pro Monat. Dies führt zu wachsenden Möglichkeiten für Fernkrankenschwestern in Minnesota, einem der Bundesstaaten, in denen die Lücke in der Anzahl der verfügbaren Ärzte geschlossen werden muss. Zusätzlich zu ihren Telegesundheitskompetenzen verfügen abgelegene NPs über spezielle Schulungen in Bereichen wie Frauengesundheit, psychiatrische Versorgung und Altenpflege, die bei der Bereitstellung einer patientenzentrierten Versorgung weiter helfen können.

Die geografische Flexibilität der Telegesundheitspraxis wird durch politische Änderungen weiter gefördert. Beispielsweise hat Arizona Ärzte außerhalb des Bundesstaates gesetzlich dazu verpflichtet, ihren Einwohnern Telegesundheitsdienste anzubieten, sofern sie ihre Lizenz für die bundesstaatliche Nutzung registrieren. Es gibt auch nicht-traditionelle Wege, Lizenzen für mehrere Bundesstaaten zu erhalten, was die Möglichkeiten für Ärzte, eine Praxis in mehr als einem Bundesstaat zu unterhalten oder sogar kurzfristig zwischen Bundesstaaten zu arbeiten, weiter erweitern kann.

Förderung der Telegesundheit durch Tools und Technologien

Technologische Fortschritte und digitale Lösungen können dazu beitragen, die Reichweite und das Engagement der Telemedizin zu stärken. Zu den bemerkenswertesten Innovationen in der Telemedizin gehört die Patientenfernüberwachung (Remote Patient Monitoring, RPM), bei der mithilfe tragbarer Technologie physiologische Daten des Patienten wie Blutdruck und Glukosespiegel in Echtzeit direkt an den Anbieter gesendet werden. Die potenzielle Verringerung der Häufigkeit persönlicher oder virtueller Begegnungen kann dazu führen, dass mehr Patienten mit chronischen Erkrankungen diese neue Technologie nutzen. RPM eignet sich auch für die Überwachung von COVID-Patienten zu Hause, ohne dass diese erneut aufgenommen werden müssen und dadurch das bereits überlastete Krankenhauspersonal überfordert wird.

Auch Gesundheitsdienstleister können von den Plänen, RPM-Daten mit künstlicher Intelligenz (KI) zu kombinieren, stark profitieren. Auf PubMed veröffentlichte Forschungsergebnisse zur Verknüpfung von Telegesundheit und KI bieten nicht nur die Möglichkeit, Patientendaten zu verfolgen, sondern auch prädiktive Analysen und Präzisionsmedizin auf der Grundlage erwarteter Symptome und Anomalien anzuwenden. Damit KI-gesteuertes RPM in Zukunft zum Mainstream wird, müssen jedoch größere Investitionen in Netzwerkgeschwindigkeit und Batterielebensdauer getätigt werden. Mit der Einführung dieser neuen Technologie müssen auch strengere Maßnahmen für Datenschutz, Sicherheit und Verschlüsselung einhergehen.