Ist Morphea eine Autoimmunerkrankung?

Morphea ist eine seltene Hauterkrankung, die durch schmerzlose rötliche Flecken auf der Haut gekennzeichnet ist. Diese Flecken verdicken sich mit der Zeit und verwandeln sich in Bereiche mit dicken ovalen Läsionen, die daher auch als lokalisierte Sklerodermie bezeichnet werden. Diese Läsionen treten meist am Oberbauch, Rücken und Bauch auf, können aber auch Gesicht und Arme betreffen.

Die genaue Ursache von Morphea ist nicht bekannt, sie hängt jedoch meist mit einer abnormalen Reaktion des Immunsystems auf eine Infektion oder wiederholte Verletzungen/Traumata in einem Bereich zusammen.

 

Ist Morphea eine Autoimmunerkrankung?

Es gibt viele Theorien, die darauf hindeuten, dass Morphea eine Autoimmunerkrankung sein könnte, aber auch andere Faktoren wie Umwelt, Genetik und Gefäßdysfunktion könnten eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Morphea oder lokalisierter Sklerodermie spielen. Die äußeren Faktoren, die zur Bildung von Morphea führen, sind Hautverletzungen/-traumata, Strahlentherapie und Hautinfektionen. Die gebildeten Läsionen können entweder lokal (umschrieben) sein, wo sich nur ein oder mehrere Flecken bilden, verallgemeinert sein und einen Großteil des Körpers betreffen, linear, wenn die Läsionen neben den oberflächlichen auch die tieferen Schichten betreffen können, und pansklerotisch, wenn Läsionen betroffen sind der darunter liegende Knochen und die Haut. In manchen Fällen kann es auch zu einer Bewegungseinschränkung der Gelenke kommen.

Es handelt sich meist um eine gutartige Erkrankung, die die Lebenserwartung des Patienten nicht beeinträchtigt. Die auf der Haut gebildeten Läsionen bilden sich innerhalb von 3–5 Jahren von selbst zurück. Während dieser Zeit kann es zur Bildung neuer Läsionen kommen, die jedoch mit der Zeit heilen, obwohl die Hautverfärbung länger anhalten kann. Es dauert länger, bis die lineare Morphea heilt oder eine Besserung zeigt. Bei tiefer (pansklerotischer) und linearer Morphea kann es bei Kindern zu einer gewissen Morbidität kommen, die mit ihrer Wachstumseinschränkung einhergeht. Kontrakturen der Gelenke, Längenunterschiede der Gliedmaßen und Atrophie des darunter liegenden Gewebes können bei manchen Menschen zu schweren Deformationen führen. In anderen Fällen kann es bei Menschen mit tiefer Morphea zu Schwäche und Steifheit der Gelenke kommen, wenn Muskelschwund vorliegt. Da es sich um eine kaum verstandene Krankheit handelt, wird die Forschung immer noch auf die Ursachen und Pathophysiologie der Erkrankung untersucht, um sie besser zu verstehen und Fortschritte bei der Diagnose und Behandlung der Erkrankung zu erzielen.

Behandlung von Morphea

Das Ziel der Behandlung besteht darin, die Symptome abhängig von ihrer Schwere und der betroffenen Hautoberfläche zu kontrollieren. Es zeigt sich, dass Menschen, bei denen die Erkrankung im Frühstadium auftritt, besser auf die Behandlung ansprechen als Menschen, die erst später vorstellig werden. Bei Menschen mit aktiver Erkrankung, d. h. Personen, bei denen die Entzündung erst seit weniger als 3 Monaten auftritt, kam es innerhalb weniger Wochen nach Beginn der Therapie zu einer Besserung mit vollständiger Abheilung der Läsionen. In den meisten Fällen ist eine Behandlung nicht erforderlich, da sich die Läsionen bei unkomplizierten lokalisierten Erkrankungen nach einiger Zeit von selbst zurückbilden. Es ist jedoch wichtig, einen Arzt aufzusuchen, um künftigen Komplikationen vorzubeugen und auch zu wissen, ob tiefer liegende Strukturen betroffen sind.

Die meisten Fälle von Morphea werden unter Beobachtung mit topischen Kortikosteroiden und Phototherapie behandelt. Menschen mit tiefer Morphea benötigen möglicherweise eine aggressive Therapie mit Methotrexat und Glukokortikoiden, um zu verhindern, dass die Infektion tiefer vordringt und zu einer Knochenbeteiligung führt. Es beugt Entstellungen, Gelenkkontrakturen und Funktionsbeeinträchtigungen im betroffenen Bereich vor. Sie tritt meist bei aktiven Erkrankungen auf, bei denen die Erkrankung schnell fortschreitet und schließlich eine große Oberfläche unter der Haut, einschließlich Knochen und Gelenke, befällt. Menschen, bei denen das Risiko einer Bewegungseinschränkung besteht, sollten eine Physiotherapie erhalten, um die Erkrankung zu bewältigen und zu überwinden. Die Phototherapie ist bei Patienten mit generalisierter Morphea von Vorteil, kann jedoch nicht bei tiefer Beteiligung von Knochen und Gewebe angewendet werden, da die UV-Strahlen die tieferen Gewebeschichten nicht erreichen können. Es sollte eine angemessene Beratung des Patienten erfolgen, damit er die Krankheit besser verstehen und sich für eine geeignete Behandlungsoption entscheiden kann.

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