Kann das Herpesvirus eine bipolare Störung verursachen?

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Forscher der Universität Würzburg haben überraschend herausgefunden, dass das HHV-6-Virus der Herpesfamilie das Potenzial hat, eine bipolare Störung auszulösen. Das Virus bewirkt dies, indem es das Neuron befällt, was zu kognitiven Beeinträchtigungen und damit zu verschiedenen psychiatrischen Erkrankungen führt. Das HHV-5-Virus befällt die Purkinje-Zellen, die einen lebenswichtigen Teil des Kleinhirns darstellen. Das Kleinhirn spielt eine wichtige Rolle bei der Muskelkontrolle, dem Gleichgewicht und der Körperhaltung eines Menschen. Es ist auch entscheidend für die Beeinflussung des Gedächtnisses, der Sprache und der Emotionen einer Person. Die Forscher der Universität Würzburg kamen zu verblüffenden Erkenntnissen darüber, wie anfällig diese Purkinje-Zellen für verschiedene Infektionen sind, insbesondere mit dem menschlichen Herpesvirus oder HHV-6 [1].

Dies wurde insbesondere bei Menschen mit einer bekannten Diagnose einer bipolaren Störung oder Depression beobachtet . Das National Institute of Mental Health gibt an, dass etwa 5 % der Bevölkerung in den Vereinigten Staaten irgendwann einmal an einer bipolaren Störung gelitten haben [1].

Darüber hinaus erleben etwa 6 % aller Erwachsenen in den Vereinigten Staaten irgendwann in ihrem Leben mindestens eine einzelne Depressionsepisode. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die Details der Studie und erklärt, wie das Herpesvirus eine bipolare Störung verursachen kann, indem es die Neuronen im Gehirn beeinflusst [1].

 

Kann das Herpesvirus eine bipolare Störung verursachen?

Die Grundursache der bipolaren Störung bleibt immer noch ein Rätsel. Forscher sind fest davon überzeugt, dass sowohl Umwelteinflüsse als auch Genetik eine wichtige Rolle bei der Entstehung dieser Erkrankung spielen. Beispielsweise wurden in einer kürzlich durchgeführten Studie zu bipolaren Störungen mehr als 40 Genmutationen identifiziert, die möglicherweise das Risiko einer Depression bei einer Person erheblich erhöhen, und eine andere Studie legte nahe, dass etwa 80 % des Gesamtrisikos für Schizophrenie bei Menschen auf genetische Anomalien zurückzuführen sein können [2].

Eine aktuelle Forschung hat mehr Licht auf die Rolle geworfen, die Umweltfaktoren, insbesondere Viren, bei der Entwicklung von Stimmungsstörungen wie der bipolaren Störung spielen. Dies wurde in der Zeitschrift Frontiers of Microbiology hervorgehoben. Ein Forscherteam unter der Leitung von Dr. Prusty von der Abteilung für Mikrobiologie der Universität Würzburg in Deutschland fand heraus, dass bei Menschen mit bipolarer Störung oder depressiven Symptomen Neuronen, sogenannte Purkinje-Zellen, mit dem HHV-6-Virus infiziert sind. Diese Neuronen befinden sich im Kleinhirn und beeinflussen, wie sich eine Person fühlt. Es steuert auch die Haltung, das Gleichgewicht und die Motorik des Körpers [2].

Das Kleinhirn ist auch an der Wahrnehmung, der Sprache und der Stimmung eines Individuums beteiligt. Es stellt sich nun die Frage, wie das HHV-6-Virus eine bipolare Störung verursachen kann. Zu diesem Zweck führte Dr. Prusty zwei große Kohorten von Gehirnbiopsien durch. Die Biopsien ergaben, dass es in den Purkinje-Zellen von Menschen mit depressiven und bipolaren Störungen zu aktiven HHV-Infektionen kam. Es ist seit jeher bekannt, dass bestimmte erbliche Faktoren das Risiko für verschiedene psychiatrische Erkrankungen wie depressive Störungen und Schizophrenie sowie bipolare Störungen erhöhen [2].

In dieser neuesten Studie wurde nun nachgewiesen, dass Umweltfaktoren wie das menschliche Herpesvirus auch sehr früh im Leben eine Nervenentzündung verursachen können. Diese Viren beeinträchtigen die normale Entwicklung von Neuronen und das gesamte Immunsystem des Körpers in lebenswichtigen Wachstumsstadien eines Individuums. Dr. Prusty fügt hinzu, dass die Studie eindeutig darauf hindeutet, dass Viren, die in verschiedenen Organen und Geweben des Körpers schlummern, auf lange Sicht keinen Schaden für die allgemeine Gesundheit eines Menschen anrichten [2].

Dr. Prusty erwähnt auch, dass es immer mehr Hinweise darauf gibt, dass das menschliche Herpesvirus auch für verschiedene andere neurologische Erkrankungen verantwortlich ist. Studien haben ergeben, dass HHV-6A und HHV-7 bekanntermaßen das Risiko erhöhen, die Alzheimer-Krankheit zu verursachen. Studien, die am Gehirn von Menschen mit diesen Krankheiten durchgeführt wurden, haben gezeigt, dass sie mit diesen Viren infiziert sind [2].

In den kommenden Tagen plant das Forschungsteam unter der Leitung von Dr. Prusty, den molekularen Mechanismus zu untersuchen, der Aufschluss darüber geben kann, wie diese Viren die Purkinje-Zellen schädigen und bipolare Störungen und andere psychiatrische Erkrankungen verursachen [2].

Verweise:

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