Sind Sie mit einer Zwangsstörung geboren und kann sich diese auf das Gedächtnis auswirken?

Zwangsstörungen gehören zu den psychischen Störungen mit den charakteristischen Symptomen zwanghafter Handlungen und Gedanken.

Wer unter Zwangshandlungen leidet, verspürt einen inneren Drang, bestimmte Dinge zu tun. Wenn jemand unter Zwangsgedanken leidet, tauchen immer die gleichen Gedanken auf (sie kreisen im Kopf, sind fast überall). Der Betroffene erkennt, dass diese Gedanken oder Handlungen sinnlos oder übertrieben sind und versucht, sich gegen den vorherrschenden inneren Drang zu wehren. (1)

Nicht wenige Menschen, die nicht als krank gelten, verspüren in bestimmten Momenten das Bedürfnis nach übermäßiger Sauberkeit oder perfekter Ordnung. Allerdings werden die Symptome erst dann zu einer Krankheit, wenn das Handeln, Denken oder die Beziehungen zu anderen Menschen durch die Erkrankung negativ beeinflusst werden.

Sind Sie mit einer Zwangsstörung geboren?

Bei der Entstehung von Zwangsstörungen spielen sowohl biologische als auch psychologische Faktoren eine Rolle.

Die Neurobiologie zeigt, dass auch organische Ursachen für Zwangsstörungen verantwortlich sein können. OCD-Symptome treten beispielsweise dann auf, wenn Störungen in bestimmten Bereichen des Gehirns vorliegen. Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren zeigten, dass Zwangsgedanken und Zwangshandlungen bei Funktionsstörungen im Bereich des sogenannten limbischen Systems und im Frontallappen des Gehirns auftreten.

Zwangsstörungen sind eine weit verbreitete und schwerwiegende schwächende Störung, die Menschen von der Kindheit bis zum Erwachsenenalter betrifft. Der genetische Beitrag zur OCD-Ätiologie ist offensichtlich, eine Beeinflussung durch umweltbedingte Risikofaktoren kann jedoch nicht ausgeschlossen werden. Die Störung weist wahrscheinlich ein kompliziertes Vererbungsmuster auf.

Viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass es schwierig ist, aus den aktuellen Erkenntnissen den Schluss zu ziehen, dass Menschen mit einer Zwangsstörung geboren wurden. Dies liegt daran, dass Personen, die von Geburt an eine biologische Zwangsstörungsveranlagung haben, diese Erkrankung im späteren Leben möglicherweise nie entwickeln, während einige möglicherweise eine Zwangsstörung mit ähnlichen genetischen und biologischen Veranlagungen entwickeln.

Auch ein genetischer Faktor als Ursache der Zwangsstörung ist wahrscheinlich. Leidet ein eineiiger Zwilling an einer Zwangsstörung, zeigt in 60-80 % der Fälle auch der andere Zwilling Zwangssymptome. Bei zweieiigen Zwillingen zeigt sich dieser Zusammenhang nicht eindeutig, jedoch entwickeln 25 bis 30 % dieser Kinder eine Zwangsstörung. Im Allgemeinen steigt die Wahrscheinlichkeit, eine Zwangsstörung zu entwickeln, mit einer engeren erblichen Verwandtschaft mit einem Zwangsstörungspatienten.

Aus kognitiver Sicht haben Menschen mit Zwangsstörungen eine sehr spezifische Denkweise. Ihre Gedanken sind oft von Schuldgefühlen, Unsicherheit, Zweifel und Negativität geprägt. Generell scheinen negative Gefühle, insbesondere Angst, eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Zwangsstörungen zu spielen. (2)(3)(4)

Kann eine Zwangsstörung Ihr Gedächtnis beeinträchtigen?

Bei Zwangsstörungen kommt es häufig zu repetitiven Verhaltensweisen, die den Verdacht erwecken, dass diese Personen an irgendeiner Form von Gedächtnisstörung leiden. Sie vergessen Dinge und dass sie die Arbeit oder Aktion bereits ausgeführt haben.

Allerdings gibt es keinen wissenschaftlichen Beweis für diese Theorie, dass Zwangsstörungspatienten Probleme mit dem verbalen Gedächtnis haben (das Erinnern verbal oder in Wortform gespeicherter Informationen). Es wurde jedoch häufig festgestellt, dass Zwangsstörungspatienten unter einem Mangel an speziellem, visuellem und nonverbalem Gedächtnis leiden.

Eine Zwangsstörung kann zu schlechten schulischen Leistungen führen, da Kinder aufgrund der Zwänge und Obsessionen möglicherweise Schwierigkeiten haben, sich auf schulische Aufgaben zu konzentrieren. Auch die Zwangsstörungssymptome beanspruchen bei diesen Kindern viel Zeit, machen sie oft erschöpft und beeinträchtigen ihren Schlaf. (5)(6)

Die Manifestation der Symptome

Zwangsgedanken können sich in Form von zwanghaften Impulsen, zwanghaften Ängsten oder zwanghaftem Grübeln äußern. Zwangsstörungspatienten stellen sich meist sehr unrealistische Katastrophenszenarien vor oder verspüren den Impuls, Dinge zu tun, die ihnen eigentlich nicht gefallen. Daher besteht oft die Angst, sich selbst oder anderen zu schaden. Beim Zwangsgrübeln denkt der Betroffene immer wieder über bestimmte Ereignisse nach. Beispielsweise kann immer wieder der Gedanke aufkommen, ob der Herd ausgeschaltet ist oder nicht. Im Gegensatz zur Kontrollpflicht erfolgt keine Überprüfung, ob der Ofen wirklich ausgeschaltet ist.

Oft treten Zwangsgedanken und zwanghafte Handlungen gleichzeitig auf. Zwangsstörungen beginnen oft im Kindesalter oder bei jungen Erwachsenen. Die Patienten leiden stark unter ihren Zwangssymptomen, sodass der Krankheitsverlauf in vielen Fällen zu depressiven Symptomen führt, die auch einen Suizid zur Folge haben können. Zwangsstörungspatienten werden gesellschaftlich oft ignoriert. Im Extremfall führt dies zu Isolation und sogar Vernachlässigung. (7)

Verweise: 

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