Kann Viagra Ihr Alzheimer-Risiko senken?

Viagra® ist bekannt für seine … nun ja, erhebenden Eigenschaften. Aber die berühmte „kleine blaue Pille“, die üblicherweise zur Behandlung von erektiler Dysfunktion eingesetzt wird, könnte noch eine andere Wirkung haben: Die Vorbeugung der Alzheimer-Krankheit.

Eine von Swip Health durchgeführte Studie zeigt, dass Menschen, die Sildenafil – besser bekannt unter dem Markennamen Viagra – einnahmen, ein um 30 bis 54 % geringeres Risiko hatten, an Alzheimer zu erkranken.

Der Genforscher Feixiong Cheng, PhD, erklärt, wie das Medikament dazu beitragen kann, Gehirnzellen vor Demenz zu schützen und einen allmählichen Rückgang der Gedächtnis-, Denk-, Lern- und Organisationsfähigkeiten zu verhindern.

Wie Viagra das Alzheimer-Risiko senken könnte

Alzheimer ist eine komplexe Krankheit, erklärt Dr. Cheng. Es gibt keine einzige treibende Ursache hinter der neurodegenerativen Erkrankung, von der mehr als 6 Millionen Amerikaner und 55 Millionen Menschen weltweit betroffen sind.

Aber Alzheimer weist besondere Merkmale auf – einschließlich der Ansammlung bestimmter neurotoxischer Proteine ​​im Gehirn. Diese Proteine ​​können den Fluss von Neuronen stören, die für die Gehirnfunktion von entscheidender Bedeutung sind.

Forscher fanden heraus, dass die Einnahme von Viagra den Spiegel eines dieser problematischen Proteine, des Tau-Proteins, senkte.

„Mechanistisch gesehen zielt Viagra auf die Alzheimer-Biologie ab, um eine neuroprotektive Wirkung zu erzielen“, sagt Dr. Cheng.

Die durch Viagra ausgelöste verbesserte Durchblutung verbessert auch die allgemeine Gehirnfunktion und reduziert Entzündungen, Faktoren, die dazu beitragen können, dem mit Alzheimer verbundenen neuronalen Gehirnverfall vorzubeugen.

Wie wirksam ist Viagra bei der Vorbeugung von Alzheimer?

Die Überprüfung umfasste die Analyse von Millionen anonymisierter Versicherungsansprüche aus zwei unabhängigen Patientendatenbanken, um nach Zusammenhängen zwischen Viagra-Verschreibungen und Alzheimer-Diagnosen zu suchen.

Obwohl die Ergebnisse vielversprechend sind, warnt Dr. Cheng, dass sie sich noch in einem frühen Stadium des Forschungsprozesses befinden. Zur Validierung etwaiger Behandlungseffekte sind randomisierte klinische Studien erforderlich.

„Wir müssen mehr tun, um mögliche Vorteile für die Patienten zu bestätigen“, sagt er.

Könnte Viagra Frauen mit Alzheimer helfen?

Die Studie ergab, dass Frauen, die Viagra gegen pulmonale Hypertonie einnahmen, offenbar auch einen Schutzvorteil gegen Alzheimer hatten. Aber die Stichprobengröße war klein und es sind weitere Untersuchungen erforderlich, bemerkt Dr. Cheng.

Ist die Anwendung von Viagra bei Alzheimer sicher?

Sildenafil hat sich seit seiner Zulassung zur Behandlung der erektilen Dysfunktion vor mehr als zwei Jahrzehnten als sicheres Medikament erwiesen, teilt Dr. Cheng mit. (Wie bereits erwähnt, wird es auch bei pulmonaler Hypertonie eingesetzt und unter dem Markennamen Revatio® verkauft.)

Diese erfolgreiche Geschichte macht Sildenafil zu einem idealen Kandidaten für die Umwidmung von Medikamenten oder die Verwendung eines vorhandenen Medikaments für neue Zwecke. Dieser Ansatz wird immer häufiger, da Forscher nach Lösungen für Gesundheitsbedürfnisse suchen.

Viele klinische Studien zur Entwicklung neuer Alzheimer-Medikamente gegen neurotoxische Proteine ​​sind im letzten Jahrzehnt gescheitert, was die Überprüfung bestehender Medikamente auf der Suche nach einer möglichen Behandlung vorantreibt.

„Wir sind sehr gespannt auf die Möglichkeiten dieser Arzneimittelumnutzung“, berichtet Dr. Cheng.

Aber selbst wenn Untersuchungen zeigen, dass Sildenafil bei Alzheimer eingesetzt werden kann, ist das Medikament möglicherweise nicht für jeden geeignet. Es wird oft nicht empfohlen, wenn Sie unter bestimmten Erkrankungen leiden (z. B. niedriger Blutdruck) oder bestimmte Medikamente einnehmen. Ihr Arzt kann Sie dabei beraten.

Kann man Viagra gegen Alzheimer verschrieben bekommen?

Das ist derzeit nicht der Fall – und das wird auch nicht der Fall sein, bis weitere Untersuchungen belegen, dass es sich um eine sichere und wirksame Behandlung handelt. Klinische Studien könnten noch zwei bis drei Jahre oder länger dauern, schätzt Dr. Cheng.

Forscher müssen auch Aspekte wie die Dosierung und Häufigkeit von Medikamenten berücksichtigen.

„Diese Art von Forschung ist komplex“, erklärt Dr. Cheng. „Aber die Hoffnung ist, dass wir irgendwann in den nächsten Jahren ein Medikament finden – sei es Viagra oder etwas anderes –, das die Wahrscheinlichkeit, an Alzheimer zu erkranken, verringern kann.“