Selektive Androgenrezeptormodulatoren (SARMs) sind gefährlich – hier ist der Grund dafür

Selektive Androgenrezeptormodulatoren (manchmal auch als spezifische Androgenrezeptormodulatoren oder SARMs bezeichnet) gelten bei Fitnessbegeisterten und anspruchsvollen Sportlern als beliebte Nahrungsergänzungsmittel. Warum? Weil man schon lange davon ausgeht, dass sie für diejenigen, die schnell Masse aufbauen wollen, weniger schädlich sind als Steroide. In Wahrheit können SARMs jedoch schädlicher sein, als wir zunächst dachten, da sie weitreichende Komplikationen für Ihren Körper verursachen können.

Der Hausarzt Ayan Sanyal, MD, erklärt, wie SARMs zunehmend mit erheblichen negativen Auswirkungen auf die lebenswichtigen Organe Ihres Körpers in Verbindung gebracht werden und warum Sie sich von ihnen fernhalten sollten.

Was sind SARMs?

Selektive Androgenrezeptor-Modulatoren (SARMs) fallen in eine Kategorie von Verbindungen, die spezifische Androgenrezeptoren (Sexualhormonrezeptoren) in Ihren Muskeln und Knochen anstelle aller Androgenrezeptoren in Ihrem Körper aktivieren. Dadurch kommt es in diesen Bereichen zu einem Anstieg von Testosteron und Dihydrotestosteron (DHT), was ein schnelles Muskelwachstum und eine Zunahme der Knochenmasse stimuliert.

Beispiele für selektive Androgenrezeptormodulatoren

SARMs haben viele unterschiedliche Namen, was es schwierig macht, sie in einer langen Liste von Inhaltsstoffen, die in beliebten Nahrungsergänzungsmitteln verwendet werden, zu erkennen. Auf der Verpackung finden Sie häufig Hinweise wie „Nur zu Forschungszwecken“ oder „Nicht für den menschlichen Verzehr“.

„Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel ist äußerst unreguliert und es gibt nur sehr wenige Qualitätskontrollen“, warnt Dr. Sanyal. „Einige dieser Produkte erwecken den Eindruck, dass man SARMs bekommt, aber sie enthalten möglicherweise tatsächlich einen sehr geringen Prozentsatz dieser Verbindungen oder einen sehr hohen, toxischen Gehalt dieser Verbindungen. Man weiß einfach nie, was man tatsächlich bekommt.“

Nach Angaben der US-amerikanischen Anti-Doping-Agentur (USADA) sind einige der beliebtesten SARMs:

  • Ostarine (Enobosarm, MK2866, S22)
  • Andarine (S4)
  • LGD-4033 (Ligandrol)
  • LGD-3033
  • TT-701
  • RAD140 (Testolon)
  • S23

Nebenwirkungen von SARMs

Some people will tell you that because SARMs are choosy about which receptors they unlock, they don’t have negative side effects. Doch die wissenschaftliche Forschung sagt etwas anderes.

„Es muss noch mehr Forschung betrieben werden, um mehr über die Auswirkungen von SARMs und ihre langfristigen Auswirkungen zu erfahren, aber die vorläufigen Untersuchungen haben eine Reihe von Bedenken aufgeworfen“, teilt Dr. Sanyal mit.

Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) warnt davor, dass die bisherige Forschung SARMs mit Risiken und Nebenwirkungen in Verbindung gebracht hat, wie zum Beispiel:

  • Erhöhtes Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall
  • Psychosen und Halluzinationen
  • Schlafstörungen
  • Sexuelle Dysfunktion
  • Leberschädigung und akutes Leberversagen
  • Unfruchtbarkeit
  • Fehlgeburt
  • Hodenatrophie (Schrumpfung)

„SARMs müssen noch den hochwertigen klinischen Studien unterzogen werden, die erforderlich sind, um ihre Risiken und etwaigen Vorteile vollständig zu verstehen“, fährt Dr. Sanyal fort. „Zukünftige Forschung wird uns auch mehr darüber sagen können, wie SARMs mit anderen Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln interagieren.“

SARMs vs. Steroide

Im Gegensatz zu anabolen Steroiden, die üblicherweise zur Behandlung von Erkrankungen wie niedrigem Testosteronspiegel eingesetzt werden, gibt es derzeit keine zugelassenen medizinischen Anwendungen für SARMs.

Darüber hinaus sind die Risiken des Missbrauchs anaboler Steroide seit Jahren gut untersucht und bekannt. Da SARMs jedoch etwas anders wirken, indem sie nur selektive Androgene und nicht jedes Androgen in Ihrem Körper aktivieren, besteht ein weit verbreitetes Missverständnis, dass sie sicherer seien – und das ist möglicherweise nicht der Fall.

„SARMs befinden sich noch im Untersuchungsstadium der FDA, daher sind ihr Sicherheitsprofil und ihre Langzeitwirkungen noch nicht gut untersucht“, sagt Dr. Sanyal. „Aber soweit wir wissen, werden SARMs mit sehr schwerwiegenden negativen Auswirkungen auf mehrere lebenswichtige Organe Ihres Körpers in Verbindung gebracht.“

Sind SARMs legal?

Es ist für Unternehmen illegal, SARMs als Nahrungsergänzungsmittel zu vermarkten oder zu verkaufen. Sie sind auch vom US-Verteidigungsministerium sowie für die Verwendung durch Leistungssportler in mehreren Sportorganisationen, einschließlich der NCAA, verboten.

„Mehr als 120 SARM-Produkte stehen auf der Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), was bedeutet, dass diese Produkte bei einem Drogentest positiv ausfallen, selbst wenn Sie sie eine Zeit lang nicht eingenommen haben oder nicht regelmäßig einnehmen“, bemerkt Dr. Sanyal.

Sind selektive Androgenrezeptor-Modulatoren das Risiko wert?

SARMs wurden von der FDA nicht zugelassen und sind mit ernsthaften Sicherheitsbedenken verbunden. Die FDA hat rechtliche Schritte gegen Unternehmen eingeleitet, die Produkte verkaufen, die SARMs enthalten, und wird dies auch weiterhin tun. Bis umfassendere Untersuchungen durchgeführt werden, um wissenschaftliche Beweise für mögliche Vorteile zu liefern, sollten Sie sich von SARMs fernhalten und mit Ihrem Arzt sprechen, wenn Sie die Einnahme neuer Nahrungsergänzungsmittel in Betracht ziehen.

„Mit der Einnahme von SARMs würfeln Sie wirklich, weil wir nicht alles wissen, was sie auf biochemischer Ebene mit dem Körper bewirken“, warnt Dr. Sanyal. „Eine gesunde Ernährung mit viel magerem Eiweiß und abwechselndem Cardio-Training mit Krafttraining wird der sicherere Weg zum Muskelaufbau sein.“