Antivirale Resistenz: Virostatika, antimikrobielle Resistenz, HIV

Was ist antivirale Resistenz?

Eine antivirale Resistenz entsteht, wenn ein Virus nicht mehr auf ein antivirales Medikament reagiert. Das Virus verändert sich, wodurch ein antivirales Medikament weniger wirksam oder völlig unwirksam wird. Ein Virus, das eine antivirale Resistenz entwickelt, ist schwieriger zu behandeln.

Antivirale Resistenz ist eine Art antimikrobielle Resistenz. Unter antimikrobieller Resistenz versteht man Viren, Bakterien, Parasiten und Pilze, die nicht mehr auf Medikamente reagieren, die zu ihrer Behandlung entwickelt wurden.

Was sind antivirale Medikamente?

Virostatika behandeln bestimmte ansteckende Viren, die Infektionen und Krankheiten verursachen, wie zum Beispiel:

  • Influenza (die Grippe).
  • Genitalherpes.
  • Humanes Immundefizienzvirus (HIV).

Bei bestimmten Viren wie HIV und Herpes verringern antivirale Medikamente die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung der Infektion auf andere. Sie können auch antivirale Medikamente einnehmen, um einer Erkrankung nach einer vermuteten oder bekannten Virusexposition vorzubeugen.

Wie wirken Virostatika?

Ein Virus verursacht eine Infektion, indem es in gesunde Wirtszellen eindringt und Kopien von sich selbst erstellt (repliziert). Antivirale Medikamente blockieren die Vermehrungsfähigkeit des Virus.

Eine Möglichkeit, Viren abzuwehren, besteht darin, Viren daran zu hindern, sich an Zellen anzuheften und in diese einzudringen. Ein Virus ohne Wirt kann sich nicht vermehren.

Was verursacht eine antivirale Resistenz?

Virostatika tragen dazu bei, die Menge eines Virus (Viruslast) zu senken, aber der Virus ist immer da. Wenn Sie die verschriebene Dosis eines Virostatika versäumen oder die Behandlung zu früh abbrechen, kann es sein, dass sich das Virus erneut vermehrt. Bei der Replikation kann die genetische Ausstattung des Virus mutieren (verändern).

Wenn ein Virus zu viele Veränderungen durchläuft, erkennt das antivirale Medikament die neue Virusvariante (Version des Virus) nicht. Sobald ein Virus medikamentenresistent ist, kann das Medikament seine Vermehrung nicht mehr verhindern.

Manchmal reagiert ein Virus ohne bekannten Grund nicht mehr auf zuvor wirksame Virostatika. Dieser Effekt wird als spontaner Widerstand bezeichnet.

Wer ist gefährdet, eine antivirale Resistenz zu entwickeln?

Menschen, die antivirale Medikamente über einen längeren Zeitraum zur Behandlung chronischer Virusinfektionen wie HIV, Herpes genitalis und Hepatitis B oder Hepatitis C einnehmen, haben ein höheres Risiko für eine antivirale Resistenz.

Menschen, deren Immunsystem aufgrund von Autoimmunerkrankungen, Organtransplantationen oder Krebsbehandlungen wie Chemotherapie geschwächt ist, haben ebenfalls ein höheres Risiko für antivirale Resistenzen.

Sind antivirenresistente Viren ansteckend?

Ja. Diese Situation wird als übertragene Arzneimittelresistenz bezeichnet. Menschen, die einen antiviralresistenten Virusstamm entwickeln, können ihn durch den Austausch von Körperflüssigkeiten wie Sperma, Speichel und Blut an andere weitergeben. Wenn Sie schwanger sind, können Sie während des Geburtsvorgangs auch antiviralresistente Viren auf Ihr Baby übertragen.

Bei einer übertragenen Resistenz ist ein Virus bereits resistent gegen bestimmte Virostatika, selbst wenn Sie das Medikament noch nie eingenommen haben. Ihr Arzt wird andere antivirale Medikamente ausprobieren.

Wie werden antivirenresistente Viren erkannt?

Wenn Sie HIV haben, kann ein Bluttest auf eine antivirale Resistenz prüfen. Es gibt zwei Arten:

  • Genotypischer antiretroviraler Resistenztest (GART):Sucht nach arzneimittelresistenten Veränderungen in HIV-Genen.
  • Phänotypischer antiretroviraler Resistenztest:Misst, wie der HIV-Stamm auf unterschiedliche Konzentrationen antiviraler Medikamente reagiert.

Die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) verwenden auch Bluttests, um festzustellen, ob Viren wie die Grippe und COVID-19 arzneimittelresistent werden.

Wie werden antivirenresistente Viren behandelt?

Wenn ein Virus Anzeichen einer antiviralen Resistenzentwicklung zeigt, kann Ihr Arzt die Dosis erhöhen oder Sie auf ein anderes antivirales Medikament umstellen. Für einige Viren gibt es nur eine begrenzte Anzahl zugelassener antiviraler Behandlungen.

Manche Menschen mit potenziell lebensbedrohlichen chronischen Virusinfektionen wie HIV nehmen möglicherweise zwei antivirale Medikamente gleichzeitig ein. Es ist unwahrscheinlich, dass ein Virus gleichzeitig eine Resistenz gegen beide Medikamente entwickelt. Ein Medikament wirkt immer, um das Virus in Schach zu halten.

Kann man einer antiviralen Resistenz vorbeugen?

Der beste Weg, einer antiviralen Resistenz vorzubeugen, besteht darin, die Medikamente genau nach Anweisung einzunehmen. Richten Sie auf Ihrem Telefon eine Erinnerung ein, um sicherzustellen, dass Sie das Arzneimittel jeden Tag zur gleichen Zeit einnehmen. Fragen Sie Ihren Arzt, was zu tun ist, wenn Sie eine Dosis vergessen haben. Möglicherweise müssen Sie das Arzneimittel einnehmen, sobald Sie daran denken.

Eine Notiz von Swip Health

Antivirale Medikamente können potenziell lebensbedrohliche Virusinfektionen in Schach halten. Die Medikamente verhindern, dass sich das Virus vermehrt und Symptome verursacht. Wenn ein antivirales Mittel nicht wie verordnet eingenommen wird, kann ein Virus aktiv werden. Das Virus kann sich bei seiner Vermehrung verändern, wodurch das antivirale Mittel gegen die neue Virusvariante unwirksam wird. Wenn Sie eine antivirale Resistenz entwickeln, kann Ihr Arzt das Arzneimittel oder die Dosis ändern.