Mikrophysiotherapie: Was sie ist, wozu sie dient und wie sie funktioniert

Was ist das:

Die Mikrophysiotherapie ist eine von den beiden französischen Physiotherapeuten und Osteopathen Daniel Grosjean und Patrice Benini entwickelte Therapieform, deren Ziel es ist, den Körper nur mit den Händen und kleinen Bewegungen zu beurteilen und zu trainieren, ohne den Einsatz jeglicher Geräte.

Bei Mikrophysiotherapie-Sitzungen besteht das Ziel des Therapeuten darin, durch die Bewegung der Hände am Körper der Person Spannungsstellen zu finden, die möglicherweise mit den Symptomen oder dem Problem, unter dem sie leidet, zusammenhängen. Dies basiert auf der Theorie, dass der menschliche Körper auf verschiedene äußere Angriffe, sei es physischer oder emotionaler Art, reagiert und diese Angriffe in seinem Gewebegedächtnis speichert, was mit der Zeit zu Spannungen führt und zur Entstehung körperlicher Probleme führt.

Diese Therapie muss von entsprechend spezialisierten Fachkräften durchgeführt werden, und eines der größten Ausbildungszentren für diese Technik ist als „Microkinesi-Therapie“ bekannt, dessen Kurse auf Englisch abgehalten werden. Obwohl sie zur Verbesserung einiger Gesundheitsprobleme beitragen kann, sollte die Mikrophysiotherapie als Ergänzung zur medizinischen Behandlung und niemals als Ersatz eingesetzt werden.

Wozu dient es?

Zu den Gesundheitsproblemen, die durch den Einsatz dieser Therapie verbessert werden können, gehören:

  • Akuter oder chronischer Schmerz;
  • Sportverletzungen;
  • Muskel- und Gelenkprobleme;
  • Allergien;
  • Wiederkehrende Schmerzen wie Migräne oder Menstruationsbeschwerden;
  • Mangelnde Konzentration.

Darüber hinaus kann die Mikrophysiotherapie auch zur Unterstützung von Menschen mit chronischen und schweren Erkrankungen, wie beispielsweise Krebs, Schuppenflechte oder Multipler Sklerose, eingesetzt werden.

Da es sich um eine relativ neue und wenig bekannte Therapie handelt, muss die Mikrophysiotherapie noch besser untersucht werden, um ihre Grenzen zu verstehen. Sie kann jedoch als ergänzende Behandlungsform eingesetzt werden, da sie gesundheitlich unbedenklich ist.

Wie eine Therapie funktioniert

Im Gegensatz zu anderen manuellen Therapien wie Physiotherapie oder Osteopathie besteht die Mikrophysiotherapie nicht darin, den Körper abzutasten, um die Haut oder das, was sich darunter befindet, zu ertasten, sondern vielmehr die Durchführung von „Mikropalpationen“, um festzustellen, ob es irgendeine Art von Körperwiderstand gegen Bewegungen gibt. Dazu drückt der Therapeut mit beiden Händen Körperteile zwischen den Händen bzw. Fingern zusammen und versucht, Widerstandsstellen zu finden, an denen die Hände nicht leicht gleiten können.

Aus diesem Grund muss die Person nicht unbekleidet sein, sondern kann bekleidet sein, jedoch mit bequemer, locker sitzender Kleidung, die die freie Bewegung des Körpers nicht einschränkt.

Wenn die Hände also problemlos an den verschiedenen Körperstellen entlang gleiten können, liegt dort kein Grund für das Problem vor. Wenn jedoch ein Widerstand gegen die Handkompressionsbewegung vorhanden ist, ist es möglich, dass die Person nicht gesund ist und eine Behandlung benötigt. Denn der Körper muss sich stets an die kleinen Veränderungen anpassen können, die ihm auferlegt werden. Wenn Sie es nicht können, ist das ein Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt.

Sobald die Stelle identifiziert ist, die das Symptom verursachen könnte, wird eine Behandlung durchgeführt, um zu versuchen, die Spannung dort zu lösen.

Wie viele Sitzungen sind erforderlich?

Auf Mikrophysiotherapie spezialisierte Therapeuten geben an, dass zur Behandlung eines bestimmten Problems oder Symptoms im Allgemeinen 3 bis 4 Sitzungen erforderlich sind, mit Abständen von 1 bis 2 Monaten zwischen den einzelnen Sitzungen.

Wer sollte das nicht tun?

Da sie keine gesundheitlichen Risiken mit sich bringt und hauptsächlich auf dem Abtasten des Körpers basiert, ist die Mikrophysiotherapie in keinem Fall kontraindiziert und kann von Menschen jeden Alters durchgeführt werden. 

Chronische oder sehr schwerwiegende Probleme können jedoch möglicherweise nicht mit dieser Technik gelöst werden, und es ist immer wichtig, jede vom Arzt empfohlene Behandlungsart beizubehalten.