Therapeutische Hypothermie: Was es ist, wozu es dient und wie es durchgeführt wird

Was ist das:

Therapeutische Hypothermie ist eine medizinische Technik, die nach einem Herzstillstand angewendet wird und darin besteht, den Körper zu kühlen, um das Risiko neurologischer Verletzungen und der Bildung von Blutgerinnseln zu verringern, die Überlebenschancen zu erhöhen und Folgeerscheinungen vorzubeugen.

Mit dieser Technik sollte so schnell wie möglich nach einem Herzstillstand begonnen werden, da das Blut sofort aufhört, die für die Funktion des Gehirns erforderliche Menge an Sauerstoff zu transportieren. Sie kann jedoch bis zu 6 Stunden nach Wiederbeginn des Herzschlags verzögert werden. Allerdings ist in diesen Fällen das Risiko für Folgeschäden größer.

Obwohl es sich bei der therapeutischen Hypothermie um eine sichere Technik handelt, kann sie mit einigen Risiken verbunden sein, insbesondere wenn sie nicht von geschultem Fachpersonal durchgeführt wird, wie z. B. Veränderungen des Herzrhythmus, verminderte Gerinnung und erhöhtes Infektionsrisiko.

Wozu dient es?

Die therapeutische Hypothermie dient der Reduzierung des Risikos von Blutgerinnseln und neurologischen Schäden und ist vor allem nach einem Herzinfarkt indiziert. Durch therapeutische Hypothermie wäre es möglich, die elektrische Aktivität des Gehirns zu reduzieren und so den Sauerstoffverbrauch zu senken. Auf diese Weise verfügt das Gehirn weiterhin über den Sauerstoff, den es für seine Funktion benötigt, auch wenn das Herz nicht die Menge an Blut pumpt, die es benötigt.

Darüber hinaus trägt die Senkung der Körpertemperatur auch dazu bei, die Entstehung von Entzündungen im Gehirngewebe zu verhindern, was das Risiko einer Schädigung von Neuronen erhöht.

Somit ist es nicht nur nach einem Herzinfarkt indiziert, sondern kann auch in Situationen wie traumatischer Hirnverletzung bei Erwachsenen, ischämischem Schlaganfall und hepatischer Enzephalopathie empfohlen werden.

Wie es hergestellt wird

Dieses Verfahren besteht aus 3 Phasen:

  • Induktionsphase: Die Körpertemperatur wird reduziert, bis Temperaturen zwischen 32 und 36 °C erreicht werden;
  • Wartungsphase:Temperatur, Blutdruck, Herzfrequenz und Atemfrequenz werden überwacht;
  • Aufwärmphase:Die Temperatur der Person steigt allmählich und kontrolliert an und erreicht Temperaturen zwischen 36 und 37,5 °C.

Um den Körper abzukühlen, können Ärzte verschiedene Techniken anwenden. Am häufigsten werden jedoch Eisbeutel, Wärmematratzen, Eishelme oder Kälteserum direkt in die Venen des Patienten eingesetzt, bis die Temperatur Werte zwischen 32 und 36 °C erreicht. Darüber hinaus setzt das Ärzteteam auch entspannende Medikamente ein, um das Wohlbefinden der Person zu gewährleisten und das Auftreten von Zittern zu verhindern.

Im Allgemeinen wird die Unterkühlung 24 Stunden lang aufrechterhalten und während dieser Zeit werden Herzfrequenz, Blutdruck und andere Vitalfunktionen ständig von einer Krankenschwester überwacht, um schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden. Nach dieser Zeit wird der Körper langsam erhitzt, bis er eine Temperatur von 37 °C erreicht.

Mögliche Komplikationen

Obwohl es sich um eine sehr sichere Technik handelt, birgt die therapeutische Hypothermie bei der Durchführung im Krankenhaus auch einige Risiken, wie zum Beispiel:

  • Veränderung des Herzrhythmus aufgrund einer deutlichen Verlangsamung des Herzschlags;
  • Verminderte Blutgerinnung, wodurch das Blutungsrisiko steigt;
  • Erhöhtes Infektionsrisiko;
  • Erhöhte Zuckermengen im Blut.

Aufgrund dieser Komplikationen kann die Technik nur auf einer Intensivstation und von einem geschulten medizinischen Team durchgeführt werden, da innerhalb von 24 Stunden mehrere Untersuchungen durchgeführt werden müssen, um das Risiko von Komplikationen jeglicher Art zu verringern.