Nervöser Tic: Was es ist, Ursachen und Behandlung (um ihn zu stoppen)

Was ist das:

Ein nervöser Tic ist die unwillkürliche, sich wiederholende Kontraktion von Muskeln, die eine motorische oder stimmliche Aktion auslöst, wie z. B. mehrmaliges Blinzeln der Augen, Bewegen des Kopfes oder Schnüffeln der Nase. Nervöse Tics können durch einige Alltagssituationen wie Stress, Angst und übermäßige Müdigkeit ausgelöst werden.

Tics treten meist im Kindesalter auf und verschwinden in der Regel im Jugend- oder frühen Erwachsenenalter ohne jegliche Behandlung.

Tics sind nicht schwerwiegend und beeinträchtigen in den meisten Fällen die täglichen Aktivitäten nicht. Wenn die Tics jedoch komplexer sind und häufiger auftreten, ist es wichtig, zur Diagnose einen Neurologen oder Psychiater aufzusuchen, da es sich beispielsweise um ein Tourette-Syndrom handeln kann.

Hauptsymptome

Die Hauptsymptome einer Tic-Störung sind:

  • Wiederholtes Blinzeln der Augen;
  • Bewegen des Kopfes, z. B. Vor- und Zurückkippen oder seitliches Neigen;
  • Auf die Lippen beißen oder den Mund bewegen;
  • Bewegen Sie Ihre Nase;
  • Achselzucken;
  • Grimassen.

Zusätzlich zu den motorischen Tics kann es auch Tics geben, die mit der Abgabe von Geräuschen zusammenhängen, wie zum Beispiel Husten, Schnalzen mit der Zunge und Schnüffeln in der Nase.

Tics sind in der Regel mild und nicht einschränkend, es gibt jedoch immer noch viele Vorurteile und unangenehme Kommentare im Zusammenhang mit Menschen mit nervösen Tics, die zu Isolation, einer Verringerung des Zuneigungskreises, mangelndem Wunsch, das Haus zu verlassen oder Aktivitäten auszuführen, die zuvor angenehm waren, und sogar Depressionen führen können.

Was ist der Unterschied zwischen einer Tic-Störung und dem Tourette-Syndrom?

Im Vergleich zum Tourette-Syndrom sind nervöse Tics milder und diskreter und haben keinen so großen Einfluss auf die Lebensqualität der Person. 

Das Tourette-Syndrom zeichnet sich durch häufigere und komplexere Tics aus, die die Lebensqualität der Betroffenen beeinträchtigen können, da neben den üblichen Tics, wie z. B. Blinzeln, auch Faustschläge, Tritte, Summen, lautes Atmen und Klopfen auf der Brust auftreten, wobei alle Bewegungen unwillkürlich ausgeführt werden.

Viele Menschen mit dem Syndrom entwickeln impulsives, aggressives und selbstzerstörerisches Verhalten und Kinder haben oft Lernschwierigkeiten. Erfahren Sie mehr über das Tourette-Syndrom.

Ursachen für nervöse Tics

Die Ursachen nervöser Tics sind noch nicht vollständig geklärt, sie treten jedoch meist als Folge übermäßiger und häufiger Müdigkeit, Stress und Angststörungen auf. Allerdings werden Menschen, die ständig unter Stress stehen oder sich ständig ängstlich fühlen, nicht zwangsläufig unter Tics leiden.

Manche Menschen glauben, dass das Auftreten von Tics mit einem Versagen in einem der Gehirnkreisläufe aufgrund genetischer Veränderungen zusammenhängt, was zu einer stärkeren Dopaminproduktion führt und unwillkürliche Muskelkontraktionen stimuliert.

Wie wird eine Tic-Störung behandelt?

Nervöse Tics verschwinden normalerweise im Jugend- oder frühen Erwachsenenalter und es ist keine Behandlung erforderlich. Es wird jedoch empfohlen, dass sich Menschen einer Tic-Behandlung unterziehen, wenn sie ihre täglichen Aktivitäten wie Arbeit und Studium beeinträchtigen, beispielsweise wenn sie sich unwohl fühlen, wenn emotionale Veränderungen wie Depressionen oder Angstzustände vorliegen oder wenn Tics das soziale Leben beeinträchtigen.

Daher kann der Einsatz adrenerger oder antipsychotischer Medikamente angezeigt sein, wie zum Beispiel Clonididin, Fluphenazin, Risperidon oder Botulinumtoxin, die je nach Art des Tics, seiner Schwere und den vorliegenden Symptomen vom Psychiater verordnet werden müssen. 

Bei der Behandlung von Tics ist auch eine Psychotherapie indiziert, wobei die kognitiv-verhaltensbezogene Technik am häufigsten eingesetzt wird. Sie kann einzeln oder in Gruppensitzungen durchgeführt werden, um den nervösen Tic zu tolerieren oder zu hemmen.